Eintracht Frankfurt: Elye Wahi kämpft um seine Form
Eintracht Frankfurt spielt traditionell mit einem einzelnen Stürmer. Sollte Trainer Dino Toppmöller diese Taktik überdenken? Eine Anpassung könnte Elye Wahi helfen, sich zu steigern.
Frankfurt – Elye Wahi steht bei Eintracht Frankfurt unter Druck. In den Spielen gegen Heidenheim (1:1) und Mainz 05 (1:0) hatte er große Möglichkeiten, seinen ersten Bundesligatreffer zu erzielen. Doch das Schicksal war ihm nicht hold: Einmal wurde ein Treffer wegen einer Abseitsposition nicht anerkannt, ein weiteres Mal vergab er eine nahezu sichere Chance, und gegen Mainz scheiterte er im Eins-gegen-Eins an Torwart Robin Zentner.
Sportvorstand Markus Krösche äußerte sich kürzlich in einem Gespräch mit der Bild am Sonntag: „Gerade Elye… Der Junge tut mir fast leid. Als Stürmer braucht er ein Erfolgserlebnis, um ein anderes Selbstbewusstsein und eine neue Leichtigkeit zu entwickeln. Ich wünsche ihm, dass er ein Tor erzielt.“ Im Umfeld gibt es viele Zweifel, ob ihm dies in Frankfurt noch gelingt.
Was kann also unternommen werden, um den 22-Jährigen wieder in die Spur zu bringen? Wahi zeigte sich während einer öffentlichen Trainingseinheit am Mittwochmorgen engagiert. Besonders auffällig war, dass er Tore vor allem dann erzielte, wenn er nicht lange nachdenken konnte. Einige seiner Treffer waren sehenswert, auch aus der Distanz fanden die Bälle den Weg ins Netz. In einem internen Testspiel erzielte er sogar zwei Tore.
Allerdings wird deutlich, dass Wahi in der Nähe des gegnerischen Tors weniger effektiv ist. Je näher er dem Tor kommt, desto hektischer wird sein Spiel, was zu Missgeschicken bei Abschlüssen oder Pässen führt. Dabei hat Wahi das Potenzial, das er früher in Montpellier unter Beweis stellte. Aus diesem Grund haben die Verantwortlichen die Hoffnung auf eine Wende noch nicht aufgegeben. Dennoch tickt die Zeit gegen ihn.
Trainer Dino Toppmöller könnte in der Offensive über eine Systemänderung nachdenken. Krösche hatte bereits vor Wochen angemerkt: „Das System mit nur einem Stürmer liegt Elye Wahi nicht so.“ Toppmöller äußerte sich Ende September klar zur Möglichkeit einer Doppelspitze: „Vielleicht in einem Spiel, aber nicht dauerhaft, da wir nicht genug Stürmer haben.“
Diese Aussage ist jedoch nicht in Stein gemeißelt. Wahi könnte Jonathan Burkardt unterstützen und entlasten. Burkardt zieht es in die Box, während Wahi mobiler ist und sich auf dem gesamten Feld bewegt. Könnten sich die beiden Angreifer ergänzen? Bisher ließ Toppmöller das Duo nur wenige Minuten gemeinsam auf dem Platz agieren.
Wahi mangelt es derzeit sichtbar an Selbstvertrauen. Als alleiniger Stürmer kann er die Verantwortung kaum tragen und zieht sich dadurch oft aus dem Spiel zurück. Wäre eine Rolle, ähnlich wie die von Jesper Lindström vor einigen Jahren, für ihn passend? Der Däne bildete zusammen mit Randal Kolo Muani ein gefährliches Duo, wobei Lindström mit seinen Dribblings und Vorstößen in die Tiefe Raum für Kolo Muani schuf.
In einem solchen Modell könnte Wahi in den Räumen hinter Burkardt agieren. Unbestritten bringt er Tempo mit (mit einer Höchstgeschwindigkeit von 34,82 km/h belegt er Platz 34 in der Bundesliga) und Tiefe in sein Spiel. Toppmöller hat zuletzt die Defensive der Frankfurter stabilisiert. Im Endspurt wird das Team jedoch wieder mehr Durchschlagskraft benötigen.
Der Kader ist jedoch insbesondere im Angriff stark limitiert. Toppmöller wird ein gewisses Risiko eingehen müssen, um Wahi in den Rhythmus zu bringen und einen weiteren Marktwertverlust des teuersten Neuzugangs in der Vereinsgeschichte zu verhindern. Eine faire Bewertung ist auch nach 568 Einsatzminuten in elf Monaten kaum möglich.