Eintracht Frankfurt: Erfolgreiche Transferpolitik als Schlüssel zum Wachstum
Eintracht Frankfurt hat sich in den letzten zehn Jahren erheblich weiterentwickelt, wobei die Transferpolitik eine zentrale Rolle spielt.
Der Verein hat sich als Verkäuferklub weltweit einen Namen gemacht. Ein Kurswechsel ist für die Hessen derzeit nicht geplant. Sportvorstand Markus Krösche erklärte bei Sky: „Wir wollen als Klub die nächsten Schritte gehen und den Abstand zu den Topvereinen verringern. Dafür benötigen wir finanzielle Substanz.“
Der 45-Jährige betonte: „Unser Wachstum ist nur über Transfererlöse möglich.“ Das bedeutet, dass junge Talente verpflichtet, gefördert und verkauft werden, sobald sie ihr volles Potenzial erreicht haben oder sich schneller entwickeln als die Eintracht. „Wir brauchen ein gewisses Budget, um international wettbewerbsfähig zu sein und den Abstand zu verringern“, so Krösche.
Die Eintracht befindet sich in einem Dilemma: Erfolge sind oft mit Verlusten verbunden. Wenn Spieler wie Hugo Ekitiké, Omar Marmoush oder Randal Kolo Muani durchstarten, bringt das kurzfristig Punkte und Titelchancen, erfordert jedoch auch, dass Fans und Trainer sich auf einen schnellen Abgang der Stars einstellen müssen. Ist das Preisschild einmal bekannt, ist der Abgang oft unvermeidlich.
Diese Denkweise war nicht immer die des 1899 gegründeten Traditionsvereins. Unter Heribert Bruchhagen galt das Motto: Die Eintracht gibt nicht mehr aus, als sie einnimmt. Ein Wendepunkt war der Abgang von Luka Jović. Der Serbe verließ die Hessen am 4. Juni 2019 für insgesamt 63 Millionen Euro in Richtung Real Madrid, was den Verein in eine neue Dimension führte.
Der damalige Sportvorstand Fredi Bobic erklärte: „Für uns war klar, dass es eine finanzielle Schmerzgrenze gibt. Für Eintracht Frankfurt ist das ein guter und wichtiger Transfer.“ Der Rekordtransfer von Lajos Detari, der 1988 umgerechnet rund neun Millionen einbrachte, wurde fast 30 Jahre später übertroffen. Seitdem sind die Transferbeträge explodiert.
Der Jović-Deal führte zu einem „Paradigmenwechsel“ bei der Eintracht. Vorstand und Aufsichtsrat, damals noch unter Wolfgang Steubing, beschlossen eine Strategieänderung. Ab sofort sollten die Spielerwerte auf dem Platz wachsen. Diese Strategie verfolgt die Eintracht seit über sechs Jahren konsequent.
Die sportliche Führung kann sich bestätigt fühlen. Frankfurt hat zur richtigen Zeit die richtigen Weichen gestellt. Bobic ebnete gemeinsam mit Sportdirektor Bruno Hübner und Chefscout Ben Manga den Weg, den Krösche mit seinem Team um Sportdirektor Timmo Hardung weitergeht. Der Lohn in den letzten zehn Jahren?
Zwei Titelgewinne (DFB-Pokal 2018 und Europa-League 2022), zwei Champions-League-Teilnahmen, weitere zwei Pokalendspiele und zahlreiche Verkäufe zu astronomischen Preisen. Der Wahnsinn bei Eintracht Frankfurt scheint keine Grenzen zu kennen. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen. Einige bemängeln das Fehlen von Identifikationsfiguren und wünschen sich einen längeren Verbleib von Leistungsträgern und Stars.
Begriffe wie „Sprungbrett“ oder „Durchlauferhitzer“ werden oft verwendet. Die Eintracht-Chefetage lässt sich davon jedoch nicht beirren. Krösche erklärte: „Das ist ein Prozess, für den wir Transfererlöse benötigen. Das wird immer unsere Philosophie sein.“ Mit Talenten wie Can Uzun, Hugo Larsson, Jean-Matteo Bahoya, Nathaniel Brown, Nnamdi Collins und Kaua Santos verfügt der Verein über vielversprechendes Potenzial.