Eintracht Frankfurt erleidet Niederlage gegen den HSV – Trainer Albert Riera auf der Kippe
Eintracht Frankfurt hat im Heimspiel gegen den Hamburger SV mit 1:2 verloren. Trainer Albert Riera steht nur noch auf Abruf im Amt, während die Gerüchte um eine Rückkehr von Ex-Trainer Adi Hütter zunehmen.
In der Schlussphase des Spiels, als die Begegnung bereits verloren schien, zeigten die Frankfurter Spieler noch einmal ihre Frustration. Jean-Matteo Bahoya beging eine heftige Grätsche gegen Luka Vuskovic, nachdem bereits 100 Minuten gespielt waren. Die Gäste aus Hamburg führten zu diesem Zeitpunkt mit 2:1 und sollten am Ende auch so gewinnen.
Nach 112 Minuten setzte Rasmus Kristensen einen Bodycheck gegen Giorgi Gocholeishvili und erhielt dafür die Gelb-Rote Karte. Diese Entscheidung ging im Stadion fast unter, da viele Zuschauer entweder bereits gegangen waren oder das Spiel mit Desinteresse verfolgten.
Die Fans reagierten mit Unmut auf die schwache Leistung der Eintracht. Bereits nach 65 Minuten skandierten sie den Krisenklassiker: „Wir woll’n Euch kämpfen sehen.“ Nach dem Schlusspfiff, der das enttäuschende Spiel beendete, schickten sie die Mannschaft mit lautstarkem Unmut zurück in die Kabine. Schon vor dem Spiel hatten sie gepfiffen, als der Stadionsprecher den Namen des Trainers nannte.
Albert Riera ist derzeit nur noch Chefcoach auf Abruf. Sportvorstand Markus Krösche vermied es, sich klar zu äußern, was angesichts der Situation verständlich ist. Erste Namen für eine mögliche Nachfolge, darunter Adi Hütter, kursieren bereits in der Gerüchteküche. Obwohl Hütter einst im Unfrieden ging, hat er sich mit den Verantwortlichen, insbesondere mit Eintracht-Boss Axel Hellmann, versöhnt.
„Die Personalie Albert Riera ist heute kein Thema“, sagte Krösche am Samstag. Auch am Sonntag werde darüber nicht gesprochen, jedoch nach dem Ende dieser Saison. Die Zukunft des Spaniers in Frankfurt erscheint somit sehr fraglich. Auf eine entsprechende Nachfrage antwortete Krösche ausweichend: „Lasst uns heute über die Leistung sprechen, und die war nicht gut.“ In der Tat war sie sogar sehr schlecht.
Eintracht Frankfurt hat einen Tiefpunkt erreicht – zehn Jahre nach dem Relegationsendspiel in Nürnberg, das den Aufstieg zu einem Big Player in der Branche einleitete. Der Höhenflug ist vorerst gestoppt, das Wachstum hat seine Grenzen erreicht. Die Eintracht wird sich neu aufstellen und teilweise neu erfinden müssen.
„Ich bin extrem verärgert über die Art und Weise, wie wir gespielt haben“, äußerte der Sportvorstand. Die Mannschaft erreicht nicht ihr maximales Leistungsniveau, auch das Energielevel ist nicht ausreichend. „Das bekommen wir in diesem Jahr einfach nicht hin“, so Markus Krösche, der eingesteht, das Niveau des Teams falsch eingeschätzt zu haben. „Die Entwicklung hat nicht so stattgefunden, wie wir es uns vorgestellt haben.“ In der aktuellen Verfassung „haben wir mit dem Kampf um Europa nichts zu tun“. Ehrlich gesagt, die Mannschaft hat es nicht verdient, in der neuen Spielzeit international dabei zu sein.
Das Spiel gegen den Hamburger SV spiegelt die gesamte Saison wider. Diese begann bereits unter Dino Toppmöller holprig, wurde unter Interimstrainer Dennis Schmitt mit vier Niederlagen in vier Spielen noch schlimmer und wurde unter Albert Riera schließlich völlig an die Wand gefahren. Auf Fragen zu seiner persönlichen Situation reagierte Riera ausweichend. „Es liegt nicht in meiner Hand“, sagte er. „Ich werde bis zum letzten Moment mein Bestes geben, das Maximum. Und wenn es nicht reicht, dann reicht es eben nicht.“
Öffentliche Ausbrüche helfen ihm intern wie extern nicht weiter. Erst am Freitag, einen Tag vor dem Spiel, hatte er sich über die Medien aufgeregt und eine scharfe Kritik geäußert. Berichte über einen Konflikt mit Stürmer Jonathan Burkardt bezeichnete er als „totalen Bullshit“.
Manager Krösche relativierte diese Äußerungen am Samstag: „Er trägt das Herz auf der Zunge, das kann man gut oder schlecht finden.“ Inhaltlich sei seine Kritik in Teilen nachvollziehbar, insbesondere in Bezug auf die Negativität im Umfeld. Die Frage bleibt, woher diese Negativität rührt. Vielleicht von dem, was auf dem Platz (nicht) passiert, und wie unrealistisch die öffentliche Wahrnehmung ist.
Auf dem Platz ist offensichtlich, dass die Mannschaft keinen Plan hat, wie sie zum Erfolg kommen soll. Es fehlt an Feuer und Durchsetzungswillen. Jedes Spiel gleicht dem anderen, jede Partie ist gleich träge, passiv und ideenlos. Selbst eine Führung durch Can Uzun, der einzige Lichtblick in diesem grauen Ensemble, reichte gegen den HSV nicht einmal für einen Punkt. Immerhin: In zwei Wochen ist dieser Albtraum vorbei.