Eintracht Frankfurt erwägt Verpflichtung von Younes Ebnoutalib

Eintracht Frankfurt erwägt Verpflichtung von Younes Ebnoutalib

Eintracht Frankfurt plant, im Winter den Sturm zu verstärken, und Younes Ebnoutalib von der SV Elversberg steht als möglicher Kandidat im Fokus. Muss die Eintracht jetzt handeln?

Frankfurt – Der Marktwert des 22-jährigen Ebnoutalib ist laut dem Onlineportal transfermarkt.de von 1,5 auf 6 Millionen Euro gestiegen. Er führt die Torjägerliste der zweiten Liga gemeinsam mit Isaac Lidberg von Darmstadt 98 an und erzielt alle 106 Minuten ein Tor. Kein Wunder, dass das Interesse an dem Stürmer, der bereits 11 Tore erzielt hat, wächst.

Die Tribüne in Elversberg ist regelmäßig gut gefüllt mit Scouts. Manager Nils Ole Book äußerte sich am 29. November bei Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports: „Wir freuen uns über einen sehr guten Spieler, der fest zu uns gehört. Younes trifft regelmäßig und hat enormes Entwicklungspotenzial. Aber er steht erst am Anfang seiner Karriere.“

Diese Aussagen lassen darauf schließen, dass für Ebnoutalib mehr als die bis dahin diskutierten 8 Millionen Euro fließen müssen. Eintracht Frankfurt wird schon länger mit dem bis 2028 an die SVE gebundenen Stürmer in Verbindung gebracht. Vereinsintern wird zwar betont, dass die Situation noch nicht so konkret sei, wie es die Medien berichten.

Der Wettlauf um einen der gefragtesten Spieler der zweiten Liga hat bereits begonnen. Elversberg wird voraussichtlich mindestens 10 Millionen Euro verlangen. Angesichts der jüngeren Vergangenheit ist dies ein marktgerechter Preis. Stürmer wie Stefanos Tzimas (26 Millionen Euro), Ibrahim Maza (12 Millionen Euro) oder Can Uzun (11 Millionen Euro) wurden alle für zweistellige Millionenbeträge verkauft.

Ebnoutalib könnte derzeit noch als „Schnäppchen“ gelten, wobei es nur eine Frage der Zeit ist, bis sein Marktwert weiter steigt. Der Sprung von der zweiten Bundesliga in die erste Liga ist zwar groß, doch Ebnoutalib hat das Potenzial, sofort eine Verstärkung zu sein, da er fit und im Spielrhythmus ist und zudem als gebürtiger Frankfurter mit der Stadt vertraut ist.

Diese Geschichte könnte sich als entscheidendes Argument in den Verhandlungen erweisen. Aus Sicht der Eintracht ist klar: Sie muss im Sturm aktiv werden. Jonathan Burkardt könnte längere Zeit ausfallen, und Elye Wahi sowie Jessic Ngankam spielen in den Planungen keine bedeutende Rolle mehr. Ob Alexander Staff aus der eigenen Jugend bereits bereit ist, bleibt abzuwarten.

Wintertransfers sind jedoch oft mit einem hohen Risiko verbunden. Entweder verpflichtet man Spieler von der Bank größerer Klubs, die möglicherweise angeschlagen sind, oder man investiert etwas mehr Geld in einen potenziellen Soforthilfe-Spieler. Ebnoutalib fällt in die zweite Kategorie, was bedeutet, dass ein Verein auch über dem Marktwert bezahlen muss.

Wie Book jedoch korrekt anmerkte, steht Ebnoutalib am Anfang seiner Entwicklung. Seine schnelle Anpassung nach dem Wechsel von der Regionalliga in die zweite Liga zeigt seinen Charakter. Er wirkt mental stark und fokussiert. Ebnoutalib ist ein dynamischer, athletischer Angreifer, der vor dem Tor schnell handelt und zügig den Abschluss sucht.

Allerdings besteht noch Verbesserungsbedarf bei der Verwertung seiner Chancen. Für seine 11 Tore benötigte er einen xG-Wert von 10,11, was bedeutet, dass er seine Chancen leicht überdurchschnittlich nutzt. Zum Vergleich: Jonathan Burkardt erzielte mit einem xG-Wert von 6,03 8 Tore, während Ex-Eintracht-Star Hugo Ekitiké beim FC Liverpool mit einem xG-Wert von 4,24 auf 7 Treffer kommt.

Das sind die Aspekte, an denen Ebnoutalib arbeiten muss. Frankfurts Trainer Dino Toppmöller hat bereits bewiesen, dass er Angreifer erheblich verbessern kann. Omar Marmoush und Ekitiké, die dem Klub zusammen rund 170 Millionen Euro einbrachten, sind Paradebeispiele. Es wäre verfrüht, Ebnoutalib mit solchen Erwartungen zu überfrachten, doch er hat das Potenzial, den nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen.

Ein Transfer wird jedoch nicht einfach sein. Verschiedene Vereine aus England, Spanien, Italien und Deutschland haben Interesse an diesem vielversprechenden Talent bekundet. Torjäger sind europaweit gefragt. Die Eintracht kann jedoch mit guten Beispielen werben, da sie viele junge Talente erfolgreich gefördert hat.

Die Eintracht steht vor einer grundlegenden Entscheidung: Jetzt 10 Millionen investieren oder im Sommer das Doppelte zahlen. Angesichts von Ebnoutalibs schnellem Entwicklungstempo könnte das Winter-Transferfenster die letzte Chance auf ein echtes Schnäppchen sein.

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