Eintracht Frankfurt: Geduld und Entwicklung in der Champions League

Eintracht Frankfurt: Geduld und Entwicklung in der Champions League

Eintracht Frankfurt will auch in der Champions League überzeugen. Sportvorstand Markus Krösche bleibt dabei seiner Linie treu.

Frankfurt - Eintracht Frankfurt hat sich die Teilnahme an der Champions League in der vergangenen Bundesliga-Saison mit starken Leistungen verdient. Seitdem stellt sich das Umfeld die Frage, ob der Kader für die Partien gegen Teams wie Liverpool, Barcelona, Bergamo oder Atlético geeignet ist. Markus Krösche bleibt jedoch seiner Strategie treu.

Während andere Vereine nach der Champions-League-Qualifikation den Transfermarkt mit Millionenflüssen überfluten, setzt der Manager der Eintracht auf ein anderes Konzept: Geduld. Um es bildlich auszudrücken: Frankfurt hat eine Vielzahl von Talenten, die nun Schritt für Schritt heranreifen müssen. Hat Krösche den erhofften grünen Daumen?

Jean-Mattéo Bahoya, Can Uzun, Farès Chaibi, Hugo Larsson, Nathaniel Brown, Kaua Santos und Nnamdi Collins – die Liste der Talente von Eintracht Frankfurt liest sich wie ein „Who’s Who“ der europäischen Nachwuchsszene. Die Königsklasse ist für sie jedoch Neuland. Während Konkurrenten wie Newcastle 90 Millionen Euro für einen einzelnen Spieler ausgeben, vertraut Krösche darauf, dass seine Talente auch ohne teure Verstärkungen gedeihen können.

Die Eintracht geht keine finanziellen Risiken ein und lässt sich von der Champions-League-Teilnahme nicht aus der Ruhe bringen. Stattdessen gilt es, mit den Herausforderungen zu wachsen. Bahoya, Uzun, Larsson und Co. stehen besonders im Fokus, wenn im Waldstadion die „Champions-League-Hymne“ erklingt. Die Eintracht hält dabei klar an ihrem Motto fest: Entwicklung geht vor kurzfristigen Erfolgen.

Der Abgang von Hugo Ekitiké zum FC Liverpool könnte bis zu 95 Millionen Euro in die Kasse der Eintracht spülen. Rund 42 Millionen Euro investierte Krösche, um Jonathan Burkardt und Ritsu Doan zu verpflichten. Die Suche nach einem zentralen Mittelfeldspieler oder einem weiteren Angreifer wurde eingestellt, nachdem die abgebenden Clubs hohe Summen verlangt hatten.

Deshalb arbeitet Trainer Dino Toppmöller an neuen Lösungen, um die Potenziale auszuschöpfen und Werte zu steigern. Larsson entwickelt sich zunehmend in die Rolle eines Sechsers und bildet gemeinsam mit Chaibi ein neues Duo im Mittelfeld. Werder Bremen (4:1) und die TSG Hoffenheim (3:1) fanden keine Mittel, um die spielerische Dominanz der Eintracht zu brechen.

Krösche beobachtet diese Entwicklung mit Freude. Mit Uzun, Bahoya und Larsson stehen weitere Spieler bereit, die ebenfalls über 60 Millionen Euro Ablöse bringen können. Bei dem Sieg in Sinsheim waren Scouts aus England und der Bundesliga, unter anderem vom FC Bayern München, auf der Tribüne. Eintracht Frankfurt steht im Fokus, und der erfolgreich eingeschlagene Weg setzt sich fort.

In der Champions League stehen die vielen jungen Spieler vor ihrer ultimativen Reifeprüfung. Die Auslosung hat ein anspruchsvolles Programm beschert. „Wir wollten Champions League, wir haben Champions League bekommen“, stellte Sportdirektor Timmo Hardung nach der Auslosung fest. Frankfurt kann nur gewinnen und geht als krasser Außenseiter in die meisten Duelle.

Statt in Panik auszubrechen, bleibt die Führungsriege der Linie treu und hält an ihrem erfolgreichen Geschäftsmodell fest. Das Team wächst unter der Leitung von Toppmöller seit Sommer 2023 kontinuierlich zusammen. Das Fundament ist stabil, die Laufwege sind bekannt, und die Mechanismen greifen. So soll die „Pflanze“ auch standhalten, wenn der Gegenwind stärker und rauer wird.

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