Eintracht Frankfurt: Kampf um Europa und radikaler Umbruch
Eintracht Frankfurt steht kurz vor dem entscheidenden Endspurt um den siebten Platz in der Bundesliga und damit um einen Platz in den europäischen Wettbewerben. Der Klub muss jedoch seine Ausgaben reduzieren und plant einen umfassenden Umbau.
Aktuell belegen die Hessen drei Spieltage vor Saisonende den siebten Rang, punktgleich mit dem SC Freiburg, jedoch mit einem Unterschied von sechs Toren. Beide Teams haben ein ähnliches Restprogramm, wobei Freiburg einen leichten Vorteil hat, da sie nur noch gegen RB Leipzig antreten müssen, während die Eintracht noch zwei anspruchsvolle Partien gegen Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart vor der Brust hat.
Die Auswärtspartie gegen den BVB stellt eine besondere Herausforderung dar, da die Eintracht in den letzten 15 Jahren in 14 Begegnungen im Signal Iduna Park nur einmal gewinnen konnte. In Anbetracht dieser Bilanz wird die Begegnung am Samstag um 15:30 Uhr gegen den abstiegsbedrohten Hamburger SV besonders wichtig. „Drei Spiele, drei Endspiele“, betont Flügelspieler Ansgar Knauff. „Uns ist klar, worum es geht: Es geht um Europa.“
Ein kleiner Vorteil könnte sich für die Eintracht ergeben, da das Halbfinale der Europa League gegen Sporting Braga möglicherweise die Prioritäten der Freiburger beeinflussen könnte. Dies wäre eine menschliche Reaktion.
Obwohl die Eintracht eine durchwachsene Saison hinter sich hat, besteht die Möglichkeit, das Minimalziel der Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb zu erreichen. Der Verein hat mit zahlreichen Rückschlägen zu kämpfen, darunter eine Trainerentlassung, Verletzungen und ein verlorenes Selbstvertrauen. Dennoch bleibt das Ziel Europa, nicht der Abstieg.
Die teuerste Mannschaft in der Vereinsgeschichte hat noch die Chance, den siebten Platz zu erreichen. Ob die Eintracht in der Conference League oder der Europa League spielen wird, ist noch unklar. Die Europa League wäre besonders attraktiv, da das Finale im kommenden Jahr in Frankfurt stattfindet und der Wettbewerb als natürliche Heimat der Hessen gilt.
Finanziell wäre die Europa League weitaus lukrativer als die Conference League, die erst vor fünf Jahren ins Leben gerufen wurde. Finanzvorstand Julien Zamberk gab im Klub-Podcast zu, dass die Erlöse nicht vergleichbar sind, betonte jedoch, dass jede europäische Teilnahme dem Verein zugutekommt.
Der Verein hat sich auf verschiedene Szenarien vorbereitet. „Wir haben die unterschiedlichen Möglichkeiten in der Schublade“, erklärte Zamberk. Nach Saisonende wird entschieden, welcher Finanzrahmen für die neue Spielzeit verabschiedet wird und wie die Transferaktivitäten aussehen werden. Bis dahin plant der Klub ausschließlich mit den gesicherten Einnahmen aus der Bundesliga. „Wenn man weiß, wohin die Reise geht, wird entsprechend justiert.“
Die Budgetierung für europäische Wettbewerbe erfolgt stets defensiv. „Wir planen nicht mit großen sportlichen Erfolgen, sondern konservativ mit der Ligaphase“, so Zamberk. Der Unterschied zwischen einer frühen Eliminierung und dem Erreichen der Playoffs kann erheblich sein, wie er hinsichtlich der vergangenen Champions-League-Runde anmerkte.
Obwohl die Eintracht in dieser Saison weit von der Königsklasse entfernt ist, bleibt auch die Conference League ein lohnenswertes Ziel. „Wir streben danach, international zu spielen, das ist etwas Besonderes“, sagte er. Insbesondere könnte die Eintracht in der Conference League andere Ambitionen verfolgen und möglicherweise weit kommen.
Die Eintracht wird jedoch nicht mehr im großen Stil investieren können, da die veränderte Marktlage und die allgemeine wirtschaftliche Situation dies nicht zulassen. Der Verein plant, die Kosten zu senken und den Spieleretat von 177 Millionen Euro anzupassen. Teure Transfers und Vertragsverlängerungen werden vorerst nicht mehr möglich sein, und einige Spieler mit hohen Gehältern müssen den Verein verlassen.
Die Kaderstruktur wird sich grundlegend ändern, wobei der Verein darauf abzielt, qualitativ hochwertig und gleichzeitig hungrig zu bleiben. Um dies zu erreichen, muss die Eintracht weiterhin Einnahmen durch Verkäufe generieren und darauf achten, nicht übermäßig auszugeben. Ein Beispiel ist das Interesse an Cajetan Lenz von Bochum, der für elf Millionen Euro nach Hoffenheim wechselt – ein Betrag, den die Eintracht nicht bereit ist zu zahlen.