Eintracht Frankfurt: Notwendige Veränderungen für den Europapokal

Eintracht Frankfurt: Notwendige Veränderungen für den Europapokal

Eintracht Frankfurt hat noch Chancen, sich für den Europapokal zu qualifizieren, benötigt jedoch Veränderungen, so Reporter Christopher Michel.

Frankfurt – Bei Eintracht Frankfurt hat sich eine pragmatische Haltung etabliert. „Am Ende geht es darum, dass wir Spiele gewinnen“, erklärte Sportvorstand Markus Krösche nach dem enttäuschenden Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Heidenheim. Der siebte Platz scheint das Maximum zu sein, weshalb die Hessen in drei Richtungen planen müssen: Europa League, Conference League oder möglicherweise gar kein internationales Geschäft.

Auf die Frage, ob der Klub im Sommer umgebaut werden müsse, weicht Krösche aus: „Solche Spiele haben nichts mit der zukünftigen Saison oder möglichen Transfers zu tun.“ In dieser entscheidenden Phase der Saison möchte er keine Zweifel am eigenen Team aufkommen lassen, da in den kommenden acht Spieltagen noch viel auf dem Spiel steht.

In der aktuellen Konstellation ist ein „Weiter so“ unter Trainer Albert Riera jedoch schwer vorstellbar. Der Spanier verfolgt fußballerische Ansprüche, die mit dem derzeitigen Kader kaum realisierbar sind. „Wir wollen eine gewisse Dominanz haben und möchten damit natürlich nach vorne kommen“, fordert Krösche.

Um dies zu erreichen, benötigt die Eintracht ein frisches Gesicht. Viele Fans sind des Begriffs „Umbruch“ überdrüssig, doch die aktuelle Mannschaft scheint nicht mehr zu passen. Spieler wie Nathaniel Brown, Nnamdi Collins, Farès Chaibi und Hugo Larsson haben noch attraktive Marktwerte. Mit diesen Einnahmen sollten gezielt die Schwächen angegangen werden.

Insbesondere die zentrale Mittelfeldposition genügt den gestiegenen Anforderungen nicht. Es fehlt an der richtigen Mischung aus Organisationstalent, Passsicherheit, Kreativität und Führung. Bayer Leverkusen hatte auf dem Weg zum Double 2024 mit Robert Andrich und Granit Xhaka ein optimal ergänzendes Duo, das den entscheidenden Unterschied ausmachte.

Auch die Eintracht konnte im vergangenen Jahr beim Aufstieg in die Champions League auf Ellyes Skhiri und Larsson zählen. Doch aus unterschiedlichen Gründen erreichen die beiden Akteure nicht mehr ihr früheres Niveau. Zudem mangelt es an Alternativen: Mario Götze pendelt zwischen Bank und Spielfeld, Mahmoud Dahoud ist ein Notnagel, und Oscar Höjlund sowie Chaibi zeigen nicht die notwendige Konstanz.

Der Weg zu einem Spitzenteam führt jedoch über eine starke Schaltzentrale. In diesem Bereich des Feldes werden die Duelle auf Augenhöhe entschieden. Die Eintracht benötigt Fähigkeiten, um tief stehende Gegner zu überwinden. Riera bevorzugt ein Spiel, das auf Ballbesitz, Dominanz, Kontrolle und Spiel ohne Ball fokussiert ist.

Dafür werden Fähigkeiten benötigt, die der aktuelle Kader nicht bietet. Die Eintracht hat viele Box-to-Box-Spieler, jedoch fehlen die kreativen Spielmacher. Der Sechser spielt eine Schlüsselrolle, da er den Takt angibt und das Tempo bestimmt. Bei der Suche nach Verstärkungen sollte der Blick über die Bundesliga hinausgehen.

Der Plan, sich mit Topspielern aus der näheren Tabellennachbarschaft zu verstärken, ist nicht vollständig aufgegangen. Krösche und sein Team wollen beim Scouting nach talentierten und vielversprechenden Spielern wieder schneller sein als die Konkurrenz. Die Eintracht muss im Sommer mutiger, schneller und internationaler denken als zuletzt – andernfalls droht die Schwäche im Mittelfeld zu einem dauerhaften Problem zu werden.

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