Eintracht Frankfurt prüft Wintertransfers für die Abwehr
Eintracht Frankfurt erwägt, den Kader im Winter zu verstärken, insbesondere in der Abwehr, wo die Besetzung dünn ist. Es wird spekuliert, ob ein Nationalspieler an den Main wechseln könnte.
In den letzten Tagen wurde Yann Bisseck von verschiedenen Medien mit Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht. Der Nationalspieler durchlebt derzeit eine schwierige Phase bei Inter Mailand und hat bislang lediglich 157 Pflichtspielminuten absolviert. Für den 24-Jährigen, der sich für die kommende Weltmeisterschaft unter Bundestrainer Julian Nagelsmann empfehlen möchte, ist das deutlich zu wenig.
Das Fußballportal Absolut Fussball hat bestätigt, dass Eintracht die Situation des Innenverteidigers genau beobachtet. Zwar ist das Interesse noch nicht konkret, jedoch auch nicht völlig abgeklungen. Sportvorstand Markus Krösche hatte Bisseck bereits im Winter 2023 im Blick, damals scheiterte jedoch ein Wechsel von Dänemark nach Frankfurt. Könnte sich die Situation drei Jahre später ändern?
Bisseck äußerte einst bei transfermarkt.de, wie konkret die Gespräche damals waren: „Tatsächlich lag der Fokus meiner Familie lange auf einem Wechsel zu Eintracht Frankfurt. Mein Vater hatte sehr gute Gespräche mit den SGE-Verantwortlichen. Von Inter habe ich relativ spät etwas gehört, aber die Gespräche liefen besser als erwartet: Sie haben mir ein gutes Gefühl gegeben und nicht gezögert, die Ablöse für mich zu zahlen.“
Das Fußballgeschäft ist jedoch dynamisch. Inter hat nach einem holprigen Start in der Liga zuletzt dreimal in Folge gewonnen. In den letzten beiden Spielen bildeten Stefan de Vrij, Manuel Akanji und Alessandro Bastoni die Dreierkette, während Bisseck auf der Bank saß, zusammen mit dem erfahrenen Francesco Acerbi und Rückkehrer Tomas Palacios. Ob Trainer Cristian Chivu auf den DFB-Verteidiger setzen wird, bleibt abzuwarten.
Bisseck benötigt schnell Klarheit. Nagelsmann bemerkte nach dem Sieg in der WM-Qualifikation gegen Nordirland (1:0): „Yann Aurel spielt nicht ganz so viel bei Inter Mailand.“ Der Bundestrainer hebt immer wieder die Bedeutung von Spielpraxis hervor, und Spieler, die auf der Bank sitzen, laufen Gefahr, die WM zu verpassen.
Die Eintracht hat jedenfalls im kommenden Januar Bedarf, da hinter Robin Koch, Arthur Theate und Nnamdi Collins eine Lücke klafft. Trainer Dino Toppmöller vertraut Aurèle Amenda nicht im erforderlichen Maße, und der Schweizer stand bereits im Sommer vor einem Wechsel. Dieses Thema könnte erneut an Bedeutung gewinnen.
Doch ist Bisseck finanziell machbar? Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle. Den Marktwert von 35 Millionen Euro wird Krösche sicherlich nicht in einer Summe nach Mailand überweisen können. Ist eine Leihe mit anschließender Kaufoption und Weiterverkaufsbeteiligung möglich? Der Sportvorstand der Eintracht hatte bereits vor Wochen erklärt, dass Talente, die bei einem Topklub eine schwierige Phase durchlaufen, für Frankfurt von Interesse sein könnten.
Bisseck ist genau ein solcher Fall. Die Hessen haben sich mittlerweile als attraktiver Verein für diese Kategorie von Profis etabliert. Ein Beispiel ist Hugo Ekitiké, der bei Paris Saint-Germain gescheitert war. Die Eintracht konnte ihn überzeugen, und mittlerweile spielt er in der Premier League beim FC Liverpool und entwickelt sich zur Weltklasse.
Frankfurt hat ein Talent dafür, Profis, die vom Kurs abgekommen sind, schnell wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Ein Deal steht jedoch noch nicht unmittelbar bevor. Sollte der rumänische Ex-Profi Chivu plötzlich doch wieder auf Bisseck setzen, könnte dieser Inter möglicherweise nicht mehr verlassen wollen. Krösche bleibt jedoch aufmerksam und bereit, wenn sich eine Gelegenheit bietet.