Eintracht Frankfurt: Rasmus Kristensen fällt "bis auf Weiteres" aus
Eintracht Frankfurt muss "bis auf Weiteres" auf Rasmus Kristensen verzichten, was für das Team eine erhebliche Herausforderung darstellt. Trainer Dino Toppmöller steht nun in der Verantwortung, die Mannschaft neu zu formieren.
Nach dem Spiel zwischen Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt am Freitagabend stellte sich Sportvorstand Markus Krösche den wartenden Journalisten. Der 44-Jährige, bekannt für seine sachliche Analyse unabhängig vom Spielausgang, zeigte sich diesmal emotionaler. Seine Einschätzung fiel deutlich aus.
Auf die Frage, ob die Ausfälle von Hugo Larsson und Rasmus Kristensen während der 1:3-Niederlage nicht zu kompensieren waren, reagierte Krösche entschieden: "Das ist für mich keine Ausrede. Die Niederlage ist ärgerlich, wir haben viele gute Spieler im Kader. Daher ist das für mich keine Begründung für unsere Nicht-Leistung." Dennoch ist die Nachricht vom Sonntagnachmittag schmerzlich für das Team.
Kristensen wird voraussichtlich "bis auf Weiteres" ausfallen, was für die hessische Mannschaft eine Hiobsbotschaft darstellt. Der 28-Jährige hat in seiner Karriere bereits 20 Spiele in der Champions League bestritten und bringt somit wertvolle Erfahrung mit. Insbesondere im bevorstehenden Heimspiel gegen Galatasaray Istanbul (Donnerstag, 21 Uhr) wird diese Erfahrung schmerzlich vermisst.
Darüber hinaus ist Kristensen ein wichtiger Leader im Team. In der vergangenen Saison spielte er eine entscheidende Rolle auf dem Weg in die Champions League, nicht zuletzt durch seine fünf Tore, von denen er drei in der entscheidenden Phase erzielte. Toppmöller konnte sich stets auf den konstant spielenden 28-fachen Nationalspieler verlassen, was Krösche dazu veranlasste, im Sommer die Kaufoption zu ziehen und ihn fest von Leeds United zu verpflichten.
In der Abwehr wird es ohne Kristensen eng. Toppmöller wird voraussichtlich auf eine Viererkette mit Nnamdi Collins, Robin Koch, Arthur Theate und Nathaniel Brown setzen müssen. Schon früh in der Saison wird die zweite Reihe gefordert, da Aurelio Buta nicht abgegeben wurde und Eigengewächs Elias Baum möglicherweise in den kommenden Wochen Chancen erhalten könnte. Im Fußball kann es schnell gehen.
Kristensen wird sowohl in der Führungsachse als auch im Zusammenspiel mit Ritsu Doan fehlen. Der Flügelspieler kam spät in der Vorbereitung vom SC Freiburg nach Frankfurt, und die Harmonie mit Kristensen war sofort spürbar. Collins hingegen ist ein anderer Spielertyp, etwas robuster im Vorwärtsgang, jedoch noch nicht mit der Souveränität eines erfahrenen Spielers ausgestattet.
„Normalerweise spiele ich mit Rasmus. Nach seiner Verletzung musste ich mit Nnamdi spielen. Wir müssen uns noch kennenlernen“, sagte Doan. Der Japaner, der gegen Leverkusen trotz vieler Bemühungen nicht überzeugen konnte, nahm sich selbst in die Pflicht: „In der nächsten Partie muss auch ich schlauer spielen.“ Die Suche nach einer funktionierenden Spielmechanik geht vorerst ohne Kristensen weiter.
In der Niederlage gegen Leverkusen fehlte die Mentalität von Kristensen, insbesondere in der Phase, als das Team in Überzahl agierte. Möglicherweise hätte Kristensen, der seine emotionalen Ausbrüche zielgerichtet einsetzt, die Mannschaft etwas stabilisieren können. In den kommenden Begegnungen müssen nun andere Spieler über sich hinauswachsen und Verantwortung übernehmen.