Eintracht Frankfurt: Rekorde und neue Verträge im Blick

Eintracht Frankfurt: Rekorde und neue Verträge im Blick

Der Bundesligist Eintracht Frankfurt hat neue Rekorde aufgestellt und einen lukrativen Vertrag mit seinem Hauptsponsor abgeschlossen. Trotz dieser Erfolge bleibt der Verein demütig und sieht sich nicht als Herausforderer von Bayern München.

Der Wechsel von Torwart Kevin Trapp nach Frankreich ist zwar bereits einige Tage her, doch sein Einfluss auf die Eintracht bleibt spürbar. Am Freitag verabschiedete Vorstandssprecher Axel Hellmann den 35-Jährigen mit anerkennenden Worten und betonte, wie viel Trapp dem Klub bedeutet hat. „Er war über Jahre das Gesicht der Eintracht, eine Ikone und der bedeutendste Torwart, den wir hatten“, sagte Hellmann.

Trapp kehrt nach seiner Zeit beim FC Paris in die Heimat zurück. „Eine Legende verlässt Eintracht Frankfurt nicht einfach“, erklärte Hellmann. „Jemand mit seiner Bedeutung wird immer einen Platz bei uns haben. Die Tür bleibt für ihn offen.“

Interessanterweise hat der Keeper den Verein verlassen, obwohl er wusste, dass sich seine Rolle in Frankreich nicht ändern würde. Trainer Stéphane Gilli stellte klar, dass der erfahrene Spieler dort ebenfalls nur als Nummer zwei eingeplant ist. Dies wirft die Frage auf, wie sehr es Trapp belastet hat, in Frankfurt hinter Kaua Santos auf der Ersatzbank zu sitzen, was mit seinem bisherigen Status als Stammtorwart nicht vereinbar war.

Dennoch hat Trapp maßgeblich zur erfolgreichsten Zeit des hessischen Bundesligisten beigetragen. Hellmann sieht den Klub weiterhin hinter den großen Vier der Bundesliga, namentlich Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und RB Leipzig. Er betont jedoch, dass die Frankfurter in Bezug auf Basiserträge stärker sind als Leverkusen und Leipzig. „Wir stehen in der Erlöskraft auf dem dritten Platz im deutschen Fußball“, sagte Hellmann und erinnerte daran, dass es Zeiten gab, in denen die Eintracht unter den ersten zehn oder fünfzehn war. „Kein anderer Verein hat in diesem Maße gewachsen wie wir, die Entwicklung ist außergewöhnlich.“

Allerdings stößt der Klub allmählich an logistische Grenzen. Hellmann hebt hervor, dass die Vorzeichen für diese Saison „überragend“ sind. Der Verein hat auf vielen kommerziellen Ebenen ausverkauft gemeldet, so wurden beispielsweise 4000 VIP-Plätze für die gesamte Saison und 200 pro Spieltag verkauft, während 3000 Personen oder Unternehmen auf der Warteliste stehen. „Wir haben keine Flächen mehr, wir sind am Limit dessen, was verkaufbar ist“, sagte er.

Das gilt auch für das Waldstadion, das derzeit 59.500 Plätze bietet und im kommenden Jahr auf über 60.000 Plätze erweitert werden soll. „Das ist die endgültige Ausbauendstufe“, so Hellmann. Auch die neuen Adidas-Trikots erfreuen sich großer Beliebtheit, mit einem Anstieg der Verkaufszahlen um 30 bis 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Die gehen weg wie warme Semmeln“, bemerkte Hellmann. Der Rekordboom der Eintracht setzt sich fort.

Auf den Trikots prangt seit acht Jahren das Logo des Hauptsponsors Indeed, dessen Vertrag nun bis 2029 verlängert wurde. In den nächsten drei Jahren wird die Eintracht mindestens 40 Millionen Euro einnehmen, bei größerem sportlichen Erfolg ist sogar mit höheren Einnahmen zu rechnen. Hellmann bezeichnet dies als „einmalige Erfolgsgeschichte“. Indeed-Chef Frank Hensgens äußerte sich zufrieden über die Partnerschaft, die der Marke in Deutschland zu größerer Bekanntheit verholfen hat. „Es ist eine Win-win-Situation“, sagte er. „Die Reise, die die Eintracht gemacht hat, ist einzigartig und noch nicht zu Ende.“

Mit diesem Deal gewinnt die Eintracht auch an Sichtbarkeit. Obwohl Borussia Dortmund und Bayern München durch ihre ständige Champions-League-Präsenz eine andere Sichtbarkeit haben, sieht Hellmann seinen Klub in Bezug auf Reichweite auf Rang drei. „Die Entwicklung ist phänomenal.“

Dennoch dämpft der erfahrene Funktionär die Erwartungen. Er hat gehört, dass der Champions-League-Teilnehmer in dieser Saison in die „Bayern-Jäger-Rolle“ gedrängt wird. „Ich sehe das nicht so. Ich weiß, wie weit sie entfernt sind. Man kann sie mal in einem Spiel schlagen, aber über eine Saison gesehen, ist das schwierig“, sagte er. „Wir sollten ein bisschen Demut walten lassen.“

Die veränderte Wahrnehmung der Eintracht zeigt sich auch bei der Spielersuche. Der Verein hat Schwierigkeiten, sein bewährtes System (Talente entdecken, entwickeln, teuer verkaufen) aufrechtzuerhalten. „Wenn wir anklopfen, explodieren die Preise“, so Hellmann. „Die Preisgestaltung für Spieler hat sich im Vergleich zu vor drei Jahren deutlich verändert.“ Ein Beispiel dafür ist der Däne Victor Froholdt, dessen Preis plötzlich über 20 Millionen Euro liegen soll.

Darüber hinaus gibt es einige Klubs, die „uns spiegeln“, wie Hellmann es ausdrückt. „Es gibt Nachahmer“, auch in der Bundesliga, wie den VfB Stuttgart. Obwohl Hellmann nicht von einem „Paradigmenwechsel“ bei der Spielersuche sprechen möchte, ist klar, dass „wir alternative Wege finden müssen, um an Talente zu gelangen.“

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