Eintracht Frankfurt: Trainer Riera setzt auf ein stures System
Der Trainer von Eintracht Frankfurt, Albert Riera, setzt in seinem Spielsystem konsequent auf einen einzelnen Stürmer. Diese Strategie hat zur Folge, dass Spieler wie Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib unter der starren Ausrichtung leiden.
Obwohl es sich gefühlt um eine Ewigkeit handelt, ist es erst seit dem Frühherbst 2025 her, dass Dino Toppmöller in einer Pressekonferenz auf die Möglichkeit einer Doppelspitze angesprochen wurde. Seine Antwort war kurz und ablehnend: „Vielleicht in einem Spiel, aber nicht auf Dauer, weil wir nicht genügend Stürmer haben.“ Diese Aussage ließ tief blicken und brachte die sportliche Leitung zum Nachdenken.
Insbesondere die Verpflichtung von Burkardt, der für über 20 Millionen Euro aus Mainz kam, wurde positiv hervorgehoben, während Toppmöller andere Spieler wie Michy Batshuayi und Elye Wahi nicht als Bundesliga-tauglich einstufte. Wahi hingegen erzielte am Sonntag für OGC Nizza erneut ein Tor und zeigt in seiner Heimat beeindruckende Leistungen.
Die Situation unter dem aktuellen Trainer Riera ist jedoch merkwürdig, da er über ausreichend gute Stürmer verfügt, aber dennoch nur einen vorne spielen lässt. In der Partie gegen Augsburg (1:1) musste Burkardt auf der Bank Platz nehmen und kam nur für zwei Minuten zum Einsatz.
Riera weicht Fragen zu Burkardt aus und betont, dass dessen Nichtberücksichtigung nichts mit dessen Fähigkeiten zu tun habe. „Wir müssen doch nicht über Jonny reden“, so Riera. Burkardt sei ein Spieler mit fantastischer Einstellung, unabhängig von der Spielzeit. In Augsburg entschied sich Riera, Arnaud Kalimuendo als Stürmer aufzustellen, da dieser besser zu den Anforderungen des Spiels passte.
Die Entscheidung, Burkardt auf die Bank zu setzen, kam überraschend. Der 25-Jährige, der in der letzten Saison 18 Tore erzielte, sieht seine WM-Hoffnungen schwinden. Seine aktuelle Form leidet unter einer Verletzung, die ihn daran hindert, sein volles Potenzial abzurufen. Es stellt sich die Frage, ob seine Schwierigkeiten nicht eher dem System geschuldet sind, das ihn isoliert und kaum in die Offensive integriert.
Das Spiel von Eintracht Frankfurt wirkt insgesamt nicht druckvoll genug, und die Offensive scheint nicht die nötige Priorität zu erhalten. Riera hält stur an seinem 4-1-4-1-System fest, ohne eine plausible Begründung dafür zu liefern. Diese Taktik hat nicht nur negative Auswirkungen auf Burkardt, sondern auch auf Ebnoutalib, der nach seiner Verletzung nur sporadisch zum Einsatz kommt.
Ebnoutalib, der im Winter als Zweitligaschützenkönig für fast zehn Millionen Euro verpflichtet wurde, hat in den letzten beiden Spielen nicht gespielt und ist zum Statisten degradiert worden. Seine Stärke könnte der Mannschaft eine neue Dynamik verleihen.
Die Offensivbesetzung unter Riera ist inkonsistent. Kalimuendo spielte in Augsburg als Mittelstürmer, zuvor war er sowohl als Links- als auch als Rechtsaußen im Einsatz. Ansgar Kauff hingegen kam nur einmal in die Startelf, konnte aber als Joker für eine Wende sorgen. Ritsu Doan, der den Ausgleich erzielte, wurde endlich wieder auf der rechten Seite eingesetzt, nachdem er zuvor oft auf der Bank saß oder im Halbraum agieren musste, was zu einem signifikanten Leistungsabfall führte.
Can Uzun, der in der Offensive normalerweise als Zehner spielt, wurde ignoriert, durfte aber in Augsburg erstmals ran und erzielte sechs Torschüsse, was für Eintracht-Akteure einen Saisonhöchstwert darstellt.
Zuletzt durfte sogar der 17-jährige Love Arrhov auf der linken Außenbahn spielen, während Mario Götze, der erst seinen Vertrag bis 2028 verlängert hatte, in sechs der letzten sieben Spiele nicht berücksichtigt wurde. Riera berichtete, dass Götze im Training nahe an einer Rückkehr zur ersten Elf war, aber die Spielweise nicht zu ihm passte, was fast schon ironisch klingt.