Eintracht Frankfurts Erfolgsrezept: Talente günstig erwerben und teuer verkaufen

Eintracht Frankfurts Erfolgsrezept: Talente günstig erwerben und teuer verkaufen

Eintracht Frankfurt verfolgt ein bewährtes Geschäftsmodell: Talente zu einem günstigen Preis zu verpflichten und sie anschließend mit Gewinn zu verkaufen. Dieses Konzept scheint erneut Früchte zu tragen.

Der 19-jährige Can Uzun hat seinen Marktwert auf der Online-Plattform transfermarkt.de um beeindruckende 150 Prozent gesteigert. Anstatt 18 Millionen Euro wird er nun mit 45 Millionen Euro bewertet. In den ersten neun Pflichtspielen der Saison war Uzun an zehn Toren beteiligt, was für einen Spielmacher außergewöhnlich ist.

Obwohl Uzun in den Topspielen gegen Atlético Madrid (1:5) und den FC Bayern München (0:3) einige Rückschläge hinnehmen musste, sind solche Schwankungen auf hohem Niveau völlig normal und bieten keinen Anlass zur Sorge. Der türkische Nationalspieler verfügt über ein enormes Talent und vereint Spielfreude, technische Fähigkeiten, Offensivdrang, Kreativität, Schussgenauigkeit und Beidfüßigkeit.

Besonders hervorzuheben ist sein bemerkenswertes Selbstvertrauen in so jungen Jahren. Uzun ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und versteckt sich nicht in schwierigen Situationen. Dennoch muss er an seiner Konstanz im Defensivspiel arbeiten und darf während der 90 Minuten nicht zu oft abtauchen. Wenn ihm das gelingt, könnte sein aktueller Marktwert von 45 Millionen Euro nur ein erster Schritt in die Elite des Fußballs sein.

Julius Weißenstein, Marktwert-Experte bei transfermarkt.de, erklärte: „Nach einer Saison der Eingewöhnung ist der 19-Jährige nun vollständig in Frankfurt angekommen und hat in neun Spielen bereits zehn teils spektakuläre Torbeteiligungen erzielt.“ Weißenstein wagte die Prognose: „Er könnte spätestens im Sommer der nächste teure Verkauf der Frankfurter sein.“

Im Umfeld der Eintracht gibt es bereits Bedenken, Uzun im Winter zu verlieren. Aktuell deutet jedoch wenig darauf hin, dass ein Wechsel bevorsteht. Uzun fühlt sich wohl bei der Eintracht und hat unter Trainer Dino Toppmöller den nächsten Schritt gemacht. Dabei hat er gelernt, Geduld mitzubringen, da seine erste Saison nicht einfach war.

Sportvorstand Markus Krösche hebt stets die rund 1.000 Spielminuten in allen Wettbewerben hervor. Uzun hingegen strebte danach, schneller mehr zu erreichen. Er motivierte sich selbst in der Vorbereitung und kehrte muskulös und fit aus dem Urlaub in die Mainmetropole zurück. Uzun hat verstanden, worauf es ankommt, was seine immense Begabung unterstreicht.

In der Bundesliga zählt Uzun zu den Schlüsselspielern. Selbst für Weltmeister Mario Götze wird es schwierig, Spielzeit zu erhalten. Möglicherweise findet Toppmöller eine Lösung, um beide Ausnahmetalente gemeinsam aufzustellen. Doch derzeit gibt Uzun den Takt vor. Er ist der Platzhirsch und auf dem besten Weg, in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League bleibende Spuren zu hinterlassen.

Für die Eintracht zeichnet sich eine weitere Erfolgsgeschichte ab. Talente für vergleichsweise wenig Geld zu erwerben, sie zu entwickeln und dann teuer zu verkaufen, ist das mittlerweile etablierte Geschäftsmodell des Vereins. Uzun kostete den Klub etwas mehr als zehn Millionen Euro, und sein Preisschild liegt bereits bei 80 Millionen Euro. Trotz gestiegener Herausforderungen gelingt es Krösche und seinem Scouting-Team immer wieder, Treffer zu landen.

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