Eintracht Frankfurts U19 übertrifft Erwartungen trotz Ausscheiden
Die U19 von Eintracht Frankfurt hat in der Youth League alle Erwartungen übertroffen, doch die Enttäuschung über das Ausscheiden gegen Sporting Lissabon war groß.
In Frankfurt versammelten sich etwas mehr als 1.600 Zuschauer, um die U19 im Achtelfinale der Youth League am Standort Dreieich zu unterstützen. Die talentierten Adler standen einer starken Mannschaft aus Lissabon gegenüber. Die knappe 0:1-Niederlage, verursacht durch ein unglückliches Eigentor des ansonsten starken Torhüters Amil Siljevic, besiegelte das Ausscheiden der Frankfurter, das auch von Sportvorstand Markus Krösche und Sportdirektor Timmo Hardung verfolgt wurde.
Die Gefühlslage schwankte zwischen Frust und Stolz. Das Team hatte die Gruppenphase mit beeindruckenden Leistungen abgeschlossen, darunter Siege gegen Galatasaray Istanbul (4:0) und Athletic Bilbao im Elfmeterschießen im Achtelfinale. Dennoch war das Abenteuer gegen die abgeklärten Spieler aus Lissabon beendet.
Innerhalb von nur sechs Tagen musste die von Alex Meier trainierte Mannschaft zwei schmerzliche Niederlagen hinnehmen, zuerst im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den 1. FC Köln (1:2) und nun gegen Sporting. Ebu Bekir Is, der in beiden Spielen eine Schlüsselrolle spielte, erklärte nach dem Abpfiff: „Wir haben nicht schlecht gespielt, aber uns fehlte etwas der Zug nach vorne. Wir müssen die wenigen Chancen, die wir hatten, besser nutzen.“ Besonders eine Szene blieb in Erinnerung, als Alexander Staff mit einer technisch starken Direktabnahme an Miguel Gouveia scheiterte.
Als der bis dahin herausragende Innenverteidiger Derek Bokaye Osei kurz vor Schluss (83.) vom Platz flog, war die Kraft für eine Aufholjagd dahin. Trotz der Niederlage äußerte Is positive Gedanken: „Wir waren der Underdog. Keiner hat erwartet, dass wir weiterkommen, wenn man sich die Mannschaften anschaut. Wir haben eine gute Saison gespielt.“
Der 17-Jährige hat sich in den letzten Monaten enorm weiterentwickelt und trägt die Kapitänsbinde mit Überzeugung. Er war Taktgeber, Organisator und Kämpfer auf dem Platz. „Als Kapitän muss man auch die Jungs pushen. Wir können stolz auf uns sein! Das habe ich den Jungs gesagt“, betonte er.
Auch NLZ-Leiter Alexander Richter lobte die Leistung des Teams: „Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft und den Staff. Wir haben heute gut gespielt und waren definitiv nicht schlechter.“ Er blickte optimistisch in die Zukunft: „Darauf können wir in den nächsten Jahren aufbauen, wenn es um die Ausbildung von Profis geht. Heute waren schon richtige Zocker auf dem Platz.“
Meier hat in seiner ersten Saison als U19-Trainer bereits viel erlebt. Die Dreifachbelastung hat viel Kraft gekostet, und zuletzt fehlten viele Talente verletzungsbedingt. Einige Spieler kamen gegen Sporting an ihre Grenzen. „Wir sind alle traurig. Leider ist die Reise hier zu Ende“, sagte der bei den Fans beliebte „Fußballgott“.
Der frühere Profi kennt die Höhen und Tiefen des Geschäfts. Er weiß, wie man mit Niederlagen umgeht, und kann den jungen Spielern authentisch zeigen, wie wichtig es ist, aus solchen Erfahrungen zu lernen. „Natürlich ist es heute hart, aber wenn wir in ein paar Tagen auf das zurückblicken, was die Jungs geleistet haben, sind wir stolz und zufrieden“, so Meier. Für Is, Staff und andere Talente wird es nun darum gehen, die nächsten Schritte zu machen und in den kommenden Jahren den Sprung nach ganz oben zu schaffen. Vielleicht werden sie dann nicht nur von 1.600 Fans in Dreieich, sondern von über 50.000 im Waldstadion bejubelt.