Elias Baum: Rückkehr zu Eintracht Frankfurt und die Herausforderung der Geduld
Eintracht Frankfurt-Talent Elias Baum hat seine erfolgreiche Leihe beendet. Bei seiner Rückkehr nach Frankfurt steht das Eigengewächs jedoch zunächst hinten an.
Der Start in die neue Saison hätte für den 19-jährigen Rechtsverteidiger kaum bitterer verlaufen können. Während seine Teamkollegen beim 5:0-Sieg im DFB-Pokal gegen Engers jubelten, saß Baum 90 Minuten auf der Bank. Auch beim Bundesliga-Auftakt gegen Werder Bremen, der mit 4:1 gewonnen wurde, fand er keinen Platz im Kader.
Nach seiner Rückkehr von einer erfolgreichen Leihstation beim SV Elversberg scheint der Youngster bei Eintracht Frankfurt zunächst keine Rolle zu spielen. Die Frage einer erneuten Leihe ohne Kaufoption drängt sich auf, wobei Ligakonkurrent Bremen als Interessent gilt. Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt jedoch: Geduld kann sich bei den Frankfurtern auszahlen.
Nathaniel Brown durchlief im vergangenen Jahr ein ähnliches Szenario. Der Linksverteidiger kam im Sommer 2024 vom 1. FC Nürnberg zur Eintracht und erlebte einen frustrierenden Start. Nach der Vorbereitung fand sich Brown wochenlang auf der Bank wieder und wurde nicht einmal für die Europa League nominiert.
„Das war hart für mich. Der Trainer hat mit mir gesprochen und gesagt, dass meine Trainingsleistungen gut sind, aber andere Spieler vor mir stehen. Er sagte, mein Moment würde kommen – und das tat er dann auch“, erinnerte sich Brown im vereinseigenen Podcast. Diese Phase gehört zur harten Schule, die ein junger Spieler auf dem Weg zum Profi durchlaufen muss.
Brown wartete auf seine Gelegenheit, die im Herbst kam. Als Niels Nkounkou formschwach war und Arthur Theate zweimal in kurzer Zeit vom Platz gestellt wurde, nutzte Brown seine Chance und entwickelte sich zu einem der konstantesten Spieler der Eintracht. Heute ist er aus der Startelf nicht mehr wegzudenken.
Sportvorstand Markus Krösche verfolgt bei jungen Spielern eine klare Linie: Qualität vor Schnelligkeit. Trotz aller Erfolge hat sich diese Denkweise in Frankfurt nicht verändert. Brown bestätigte die Unterstützung von der Führungsebene: „Als ich nicht spielte, hat Markus mit mir gesprochen und mir Rückendeckung gegeben. Ich habe das Vertrauen gespürt.”
Diese Philosophie zahlt sich aus. Neben Brown haben sich auch Spieler wie Hugo Ekitiké, Nnamdi Collins und Jean-Matteo Bahoya nach einem holprigen Start zu wichtigen Stützen entwickelt. Alle benötigten Monate, um in Frankfurt anzukommen. Für Baum bedeutet die aktuelle Situation vor allem eines: harte Arbeit.
Er kann beide defensiven Außenbahnen bekleiden, sieht sich jedoch starker Konkurrenz gegenüber, darunter Brown, Collins, Nkounkou, Rasmus Kristensen und Aurelio Buta. Trainer Dino Toppmöller betrachtet die interne Konkurrenz als entscheidenden Entwicklungsfaktor für junge Spieler. Daher sollte Baum gut abwägen, ob eine sofortige Leihe sinnvoll und förderlich ist.
Krösche verfolgt jedenfalls einen anderen Plan: „Wir sind insgesamt sehr zufrieden mit Elias. Er muss wie jeder andere junge Spieler erkennen, dass er Zeit braucht, um sich an die Intensität zu gewöhnen. Er hat das gut gemacht. Gegen Werder stand er zwar nicht im Kader, aber das kommt vor.”
Sollte sich Baums Situation bis zur Winterpause nicht verbessern, könnte eine Leihe durchaus Thema werden. Aktuell setzt die Eintracht jedoch auf Kontinuität und Geduld. Brown weiß aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd diese Phase ist: „Du musst gegen Widerstände ankämpfen. In den ersten zwei Wochen dachte ich, das gehört dazu, aber je länger es dauert, desto schwieriger wird es. Du kannst der Mannschaft nicht helfen, das war schon hart!”
Bei ihm zahlte sich der lange Atem jedoch aus. Browns Beispiel zeigt: Bei Eintracht Frankfurt lohnt es sich, durchzuhalten. Der Verein hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er junge Talente nicht nur verpflichtet, sondern auch entwickelt. Für Baum bedeutet das: Kopf hoch, weiterarbeiten und auf die Chance warten. Sein Teamkollege Brown hat ihm gezeigt, wie aus Frust Erfolg werden kann.