Elye Wahi glänzt bei OGC Nizza nach Rückkehr von Eintracht Frankfurt
Bei Eintracht Frankfurt enttäuschte Elye Wahi während seiner Leihzeit. Die Rückkehr zu OGC Nizza entwickelt sich jedoch zunehmend als vorteilhafte Lösung für alle Beteiligten.
Frankfurt/Nizza – Nach einem Monat Zwangspause aufgrund einer Knöchelverletzung konnte Elye Wahi am Samstagabend wieder für OGC Nizza spielen, nachdem der Ligue-1-Klub in den drei Partien ohne ihn lediglich einen Punkt holte.
Wahi betrat das Spielfeld beim Stand von 0:0 und wurde mit einem Tor und einer Vorlage zum Matchwinner (2:0). Sein beeindruckendes Tor wird in Frankreich in Erinnerung bleiben: Er erhielt den Ball auf Höhe der Mittellinie, drehte sich, dribbelte einige Meter und erzielte aus etwa 30 Metern einen Lupfer ins Netz. Diese Leistung verdeutlicht, was Selbstvertrauen bewirken kann.
Der 42-jährige Kapitän Dante, der 2013 mit dem FC Bayern München das Triple gewann, lobte Wahi in der französischen Sportzeitung L’Équipe: „Elye trägt diese negative Last nicht mit sich herum, deshalb bringt er uns viel. Er ist ein Spieler mit vielen Qualitäten, das hat er bewiesen. Außerdem bringt er frische mentale Energie in unser Team.“
Erinnert sich Dante an den Wahi, den die Hessen im vergangenen Jahr gekannt haben? Rund 26 Millionen Euro flossen damals in Richtung Olympique Marseille, doch Wahi fand nie seinen Platz in Frankfurt. Verschiedene Faktoren, darunter die unzureichende Positionierung durch Ex-Coach Dino Toppmöller und Schwierigkeiten bei der Integration, trugen dazu bei, dass er nicht vollständig ankam.
Um zu verhindern, dass Wahi's Marktwert, der bereits auf 12 Millionen Euro gefallen war, weiter sinkt, zog Sportdirektor Krösche im Winter die Reißleine. Dieser Schritt hat sich für alle Seiten als vorteilhaft erwiesen: Wahi tankt Selbstvertrauen und zeigt seine Qualitäten, Nizza hat einen potenziellen Retter im Abstiegskampf gefunden, und Eintracht Frankfurt kann einem drohenden Debakel auf dem Transfermarkt entgehen.
Eine Rückkehr nach Frankfurt ist theoretisch möglich, jedoch praktisch schwer vorstellbar. Branchenkenner halten auch einen festen Transfer nach Nizza für unwahrscheinlich. Daher gibt es verschiedene Szenarien: Könnte sich bei einem finanzstärkeren Klub eine Tür für einen sofortigen Abgang im Sommer öffnen? Oder wird Krösche eine Leihe mit Kaufoption anstreben? Wahi ist noch bis 2030 an den Klub gebunden.
Vorerst muss sich Elye Wahi jedoch nicht mit diesen Fragen zu seiner langfristigen Zukunft beschäftigen. Er könnte mit Nizza den „Coupe de France“ gewinnen, was der erste Titelgewinn seit genau 30 Jahren wäre. Wenn Wahi seine aktuelle Form beibehält, könnte er einen entscheidenden Beitrag zu diesem Erfolg leisten.