Englische Klubs enttäuschen in der Champions League
Die Premier League wird oft als die beste Liga der Welt bezeichnet, doch international haben die englischen Teams in jüngster Zeit mehrere Blamagen erlebt. Die Presse kritisiert die Leistungen der Klubs scharf.
In London zeigte sich das Bild nach den Achtelfinal-Hinspielen der Champions League aus englischer Sicht mehr als ernüchternd: Die Darbietungen der Insel-Klubs waren teilweise katastrophal. Allen voran Manchester City, die Tottenham Hotspur und der Klub-Weltmeister FC Chelsea hinterließen einen enttäuschenden Eindruck.
Diese drei Teams kassierten in ihren drei Niederlagen insgesamt 4:13 Tore. Manchester City verlor mit 0:3 gegen Real Madrid, Tottenham unterlag mit 2:5 bei Atlético Madrid und Chelsea musste sich mit 2:5 gegen PSG geschlagen geben. Diese deutlichen Niederlagen lassen für die Rückspiele nichts Gutes erahnen. Auch Liverpool verlor, jedoch nur mit 0:1 bei Galatasaray Istanbul.
Der FC Arsenal und Newcastle United erzielten gegen Bayer Leverkusen und das Team von Hansi Flick jeweils ein 1:1-Unentschieden. Dennoch konnten sie das englische Debakel nicht abwenden. Dementsprechend hart fiel das Urteil der heimischen Presse aus. Hier sind einige Pressestimmen aus England.
The Guardian: „Federico Valverde war der Held von Real Madrid, der sich mit einem unvergesslichen Hattrick in der ersten Halbzeit, der Manchester City vernichtete, in die Geschichte dieses traditionsreichen Vereins einschrieb.“
The Telegraph: „Guardiola und Co. wurden von Real förmlich in Stücke gerissen.“
Daily Mail: „Eine miserable Nacht für Manchester City! Durch den Hattrick von Valverde steht City nun vor einer fast unlösbaren Aufgabe, wenn sie noch das Viertelfinale erreichen wollen.“
Mirror: „Real Madrid vernichtet Man City. Federico Valverde erzielt einen beeindruckenden Hattrick. Eine Torflut à la Valverde würde City im Rückspiel sicherlich helfen, diese Hürde noch zu nehmen.“
The Sun: „Guardiola forderte seine Mannschaft auf, Real Madrid in die Augen zu schauen, doch sie wurden von dem großartigen Hattrick von Fede Valverde geblendet. City blickt nun vor dem Rückspiel in den Abgrund. Es droht das dritte Ausscheiden in Serie gegen die spanischen Giganten.“
Daily Mail: „Chelsea hat sich das selbst zuzuschreiben. Die Blues lagen 16 Minuten vor Schluss noch gut im Rennen, dann brachen sie ein. Ein Rückstand von einem Tor kann aufgeholt werden, vielleicht zwei, aber drei? Das scheint ein Wunder zu erfordern.“
Mirror: „Chelsea kapituliert bei PSG, nachdem ein Fehler den Zusammenbruch auslöst und die Hoffnungen der Blues zunichte macht. Die Champions League dieser Woche war geprägt von englischen Torhütern, die alles taten, um sich selbst zu schaden. Filip Jorgensen wird seine riskante Vorgehensweise bereuen müssen.“
Daily Mail: „Die Spurs erleiden eine Kernschmelze in Madrid: Gerade wenn man denkt, dass die Spurs nicht noch tiefer sinken können, tun sie genau das. Sie haben in Madrid nicht nur verloren, sie haben sich blamiert. Nun haben sie es zwar geschafft, mit nur drei Toren Rückstand davonzukommen, was nach dem Start ins Spiel wie ein Wunder erscheint. Aber es ist dennoch ein katastrophales Ergebnis für eine Tottenham-Mannschaft, die in jeder Hinsicht dem Untergang geweiht zu sein scheint.“
The Guardian: „Wenn es einen Ort gibt, der noch tiefer liegt als der Tiefpunkt, dann scheint Tottenham fest entschlossen zu sein, dorthin zu gelangen. Es war nicht einmal die 2:5-Niederlage, die wehtat, und es war sicherlich auch nicht das nun unvermeidliche Ausscheiden aus Europa: Es war die Art und Weise, wie es passiert ist, die ersten 20 Minuten, die wahrscheinlich die dümmsten, absurdesten und erstaunlichsten Minuten Fußball waren, die man je gesehen hat. Wenn man das überhaupt noch Fußball nennen kann: Es war ein dramatischer Akt der Selbstzerstörung.“
TNT Sports: „Atlético läuft zur Hochform auf, während Tottenham implodiert: Waren das die verrücktesten ersten 30 Minuten in der Geschichte der Champions League? Das Chaos der Spurs hielt auf ihrer Reise nach Spanien weiter an.“
Auch in den beiden weiteren Europapokal-Wettbewerben war die Bilanz ernüchternd. Nottingham Forest unterlag in der Europa League zuhause mit 0:1 gegen den FC Midtjylland (Dänemark), während Crystal Palace in der Conference League 0:0 gegen AEK Larnaka (Zypern) spielte. Lediglich Aston Villa durfte als einziger der neun englischen Vereine einen Sieg feiern und gewann mit 1:0 beim OSC Lille (Frankreich).