Ermedin Demirovic sichert Sieg für den VfB Stuttgart mit Elfmeter
Ermedin Demirovic hat mit einem verwandelten Elfmeter maßgeblich zum Sieg des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln beigetragen. Nach dem Spiel teilte der Stürmer eine interessante Anekdote über die Vorgeschichte des Strafstoßes.
Stuttgart – Steht der VfB Stuttgart vor einem Elfmeterproblem? Diese Frage wurde in den letzten Wochen rund um den schwäbischen Traditionsverein diskutiert, insbesondere nach dem misslungenen Strafstoß von Angelo Stiller beim 2:0-Sieg gegen St. Pauli. Im darauf folgenden Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Köln, das Stuttgart mit 2:1 gewann, erhielt der VfB erneut einen Elfmeter.
Diesmal übernahm Ermedin Demirovic die Verantwortung und verwandelte den Elfmeter sicher ins linke Eck. Das Ziel hatte er sich bereits vor dem Spiel gesetzt, wie er in einem Gespräch mit Journalisten verriet: „Ich habe mir gesagt: ‚Ich hau den heute links unten rein – und mit Überzeugung.‘ Der Schuss war auch gut platziert. Ich habe ein Video gesehen, den halten nicht viele Torhüter.“
Ob er nun der feste Schütze bleibt, konnte Demirovic zunächst nicht sagen. Wäre Maximilian Mittelstädt zum Zeitpunkt des Strafstoßes auf dem Feld gewesen, hätte der Linksverteidiger wahrscheinlich geschossen, erklärte Demirovic. Dennoch zeigte sich der Angreifer zuversichtlich, dass er sich mit diesem Treffer zumindest wieder in die Liste der potenziellen Schützen katapultiert hat.
Er gab zudem einen interessanten Einblick in die Entstehung des Strafstoßes. Kölns Torwart Marvin Schwäbe hatte ihn am Fuß getroffen, doch Demirovic ließ sich nicht fallen und erhielt erst nach einer Überprüfung durch den VAR den Strafstoß zugesprochen. „Das ist mein Problem. Mein Naturell ist leider, nicht zu fallen. Ich kann es nicht, ich habe es nie beigebracht bekommen“, erklärte der Stürmer und erzählte von den Reaktionen seiner Mitspieler.
„Ich habe oft gehört, von vielen Mitspielern, dass ich mehr annehmen soll. Sogar Spieler aus Augsburg haben mir geschrieben: ‚Ich habe es dir tausendmal gesagt: nimm Sachen an!‘ Im Training sagt Jeff (Chabot) es mir jedes Mal. Ich kann es einfach nicht. Es tut mir leid, dass es am Ende so aussieht, als würde ich weiterlaufen und kämpfen, aber ich glaube, man sollte das eher positiv sehen. Ich bin ein fairer Sportsmann und versuche nicht, theatralisch zu fallen und zu schreien. Daher freut es mich, dass es so gewertet wurde.“
Wichtig war vor allem, dass er den Strafstoß verwandelt hat und somit die Elfmeterproblematik des VfB Stuttgart vorerst lindert. Unter Trainer Sebastian Hoeneß hatte der Verein zuvor eine Elfmeterquote von lediglich 50 Prozent. Solange Demirovic, ohne zu Boden zu gehen, einen Strafstoß zugesprochen bekommt und diesen auch verwandelt, können die Fans mit seinem „Problem“, sich nicht fallen lassen zu können, gut leben.