Erste Sorgen bei Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund und Werder Bremen
Die ersten Sorgenfalten zeichnen sich bei Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund und Werder Bremen ab. Sowohl ein zu großer Umbruch als auch ein zu geringer Wandel sind die Ursachen für die gegenwärtigen Herausforderungen.
Der Saisonstart verläuft holprig, was nicht überraschend ist. Dass bereits nach dem ersten Spieltag in Leverkusen, Dortmund und Bremen Grundsatzdiskussionen entbrennen, ist nachvollziehbar. Die Verantwortlichen für die Kaderzusammenstellung, Simon Rolfes, Sebastian Kehl und Clemens Fritz, haben sicherlich nicht untätig zugesehen, jedoch stehen sie vor ähnlichen Problemen.
Ein massiver Umbruch in Leverkusen und das Fehlen von Veränderungen in Dortmund und Bremen zeigen bereits erste Auswirkungen. Wenn das Fundament nicht stabil ist, bleibt die Bestrafung nicht aus: Die Werkself musste gegen die TSG Hoffenheim eine verdiente Heimniederlage (1:2) hinnehmen, während Dortmund in gewohnter Nachlässigkeit einen Gegner wie den FC St. Pauli (3:3) zum Tore schießen einlud. Bremen hingegen war in allen Belangen gegen Eintracht Frankfurt (1:4) unterlegen – das Aufgebot wirkt durch Verletzungen und Abgänge stark geschwächt. Ein harter Überlebenskampf in einer Liga, die kaum Managementfehler verzeiht, kündigt sich an.
Clemens Fritz, 44, steht vor der Herausforderung, die vielen Lücken in allen Mannschaftsteilen an der Weser zu schließen. Im Gegensatz dazu hat Simon Rolfes, 43, am Rhein bereits zahlreiche Transfers umgesetzt, um Nachfolger für Lukas Hradecky, Jonathan Tah, Jeremie Frimpong, Granit Xhaka, Florian Wirtz und Amine Adli zu verpflichten. Eine solch bedeutende Achse lässt sich jedoch nicht in einem Sommer ersetzen. Hätte Rolfes möglicherweise nicht jedem Wechselwunsch nachgeben sollen? Geduld ist das letzte, was diese zunehmend unter Druck stehende Branche besitzt.
Auch Sebastian Kehl, 45, hat erfahren, dass das Leben als Spieler auf dem Platz weniger stressig war. BVB-Chef Hans-Joachim Watzke äußerte in der FR die Erwartung, nicht erneut 25 Punkte hinter den Bayern zu landen. Die ersten zwei Zähler fehlen bereits, da auch Dortmund mehr frisches Blut gebrauchen könnte. Kehl spürt den wachsenden Unmut in einem anspruchsvollen Umfeld.
Zur Ehrenrettung muss betont werden, dass die endgültige Bilanz erst am „Deadline Day“, der in diesem Jahr auf den 1. September fällt, gezogen wird. Bis zur Schließung des Transferfensters stehen anstrengende Tage bevor, und vermutlich wird es auch wieder hektische letzte Stunden geben.