Eugen Polanski als neuer Interimstrainer von Borussia Mönchengladbach
Eugen Polanski trat zum ersten Mal als Trainer von Borussia Mönchengladbach auf und richtete dabei herzliche Worte an die Fans.
Mönchengladbach – Am Donnerstagnachmittag fand eine besondere Pressekonferenz statt, zu der Borussia Mönchengladbach eingeladen hatte. Roland Virkus war nach längerer Abwesenheit wieder auf dem Podium, während Interimstrainer Eugen Polanski über sein bevorstehendes erstes Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen (Sonntag, 17:30 Uhr) sprach.
Polanski sprach in knapp 34 Minuten über verschiedene Themen. Seit seinem Amtsantritt am Montag hat er viel zu tun, und obwohl die Arbeitsbelastung und Müdigkeit zugenommen haben, bleibt der Stress aus. „Es raubt mir keine Energie, es gibt mir Energie“, erklärte Polanski. Er äußerte sich auch zur Unsicherheit seiner neuen Rolle: „Hätte ich einen Vierjahresvertrag unterschrieben, hätte ich gegen Leverkusen gewinnen wollen – jetzt will ich aber auch gegen Leverkusen gewinnen.“
Offiziell hat Polanski zunächst Zeit, sein Können unter Beweis zu stellen. Dies gilt auch für die Mannschaft, die nach der Entlassung von Gerardo Seoane einen weiteren Trainer nicht enttäuschen möchte. In diesem Zusammenhang stellte sich die Frage nach dem ersten Eindruck des neuen Trainers, der aufgrund der bisherigen Zusammenarbeit zwischen Profis und U23 positiv ausfiel.
„Ich sehe nicht das ganz große Problem in der Mannschaft. Es geht um Detailarbeit und unsere Idee von Fußball“, betonte Polanski und drückte sein Vertrauen in die Spieler aus. Am Mannschaftsrat werden keine Änderungen vorgenommen, stattdessen werden Anpassungen in offenen Gesprächen erörtert: „Wir haben sehr offen, ehrlich und locker darüber gesprochen, was sich ändern muss. Ich habe auch klar gesagt, dass es kein Wunschkonzert ist. Wir müssen die goldene Mitte finden.“
Polanski betonte, dass er „kein Zeichen setzen“ möchte, da er dies nicht für nötig hält. Sein Ziel ist es, das Maximum aus der aktuellen Situation herauszuholen. Fußballerisch bedeutet dies, dass die Mannschaft die Mitte besser schließen und mit dem Ball dominanter agieren muss.
Der Interimstrainer vermeidet es, von „seiner“ Spielweise zu sprechen. Vielmehr sei es wichtig, eine Spielidee zu entwickeln, die zum Verein und zum Kader passt und stringent ist. „Ich weiß, dass der Kader so zusammengestellt wurde, um Fußball zu spielen, Leidenschaft zu zeigen und Offensivfußball zu praktizieren“, betonte Polanski.
Besonders möchte er die Leidenschaft neu entfachen, die im letzten Spiel gegen Werder Bremen (0:4) nicht sichtbar war. „Fußball wird in Details auf taktischer und technischer Ebene entschieden, aber die Basis ist Leidenschaft“, bemerkte der 39-Jährige und richtete seinen Blick auf die Fans: „Das Ziel ist, zu sehen, was uns die Fans geben. Wir können ihnen extrem viel zurückgeben und ich sehe es so, dass wir den Funken auf sie übertragen müssen.“
Der neue Trainer sieht seine Mannschaft in der Pflicht, möchte jedoch ebenso respektvoll mit ihr umgehen, wie mit seinen ehemaligen U23-Spielern. „Wir trauen Eugen zu einhundert Prozent zu, dass er diese Aufgabe gut erfüllen wird“, sicherte Virkus, der Polanskis früherer Nachwuchsspieler ist, seine Unterstützung zu. „Ich freue mich auf Eugen, der eine emotionalere Ansprache hat. Eugen ist sehr authentisch. Unsere Aufgabe ist es, ihn hundertprozentig zu unterstützen.“
Ob die Zusammenarbeit zu einer langfristigen Lösung führen wird, bleibt abzuwarten. „Dass er ein Trainer-Talent ist, steht außer Frage, es ist dennoch unsere Pflicht, uns umzuschauen“, sagte Virkus. Polanski hingegen brennt auf diesen Job – unabhängig von seiner Dauer: „Das zweite, was Roland mich gefragt hat, war, ob ich das so machen möchte. In diesem Moment habe ich vielleicht nur mit einem Ohr zugehört. Ich war relativ klar.“