Fábio Vieiras Comeback und die Zukunft von HSVs Mittelfeld
Fábio Vieira gab gestern in einem Heimspiel gegen Wolfsburg sein Comeback. Seine Rückkehr löste eine Diskussion über die mögliche Zusammenarbeit mit Albert Sambi Lokonga aus.
Hamburg – Der vor seiner Rotsperre sehr überzeugende Fábio Vieira, der der Mannschaft viel spielerischen Input gab, saß zunächst auf der Bank. In der 64. Minute ersetzte er zum Erstaunen vieler HSV-Fans Albert Sambi Lokonga, der erneut bewies, dass er zu den prägenden Akteuren im Team gehört. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wurde Trainer Merlin Polzin zu seiner Entscheidung befragt und betonte, dass grundsätzlich nichts gegen ein gemeinsames Spielen beider Spieler spricht.
„Es gibt allerdings Bedenken, dass wir mit Rambo einen sehr stabilisierenden Spieler auf der Sechs haben, der dafür sorgt, dass die Wolfsburger Offensive kaum zur Geltung kommt. Deshalb haben wir uns entschieden, die Stabilität zu wahren, da wir wissen, dass wir das Spiel nicht in der 70. Minute für uns entscheiden müssen“, erklärte der Chefcoach.
Polzin fügte hinzu: „Ich freue mich, aus der Qualität, die wir im Kader haben, Entscheidungen treffen zu können.“ Diese Entscheidung könnte in den kommenden Wochen häufiger so ausfallen. Aufgrund des Systems gibt es nur wenige Möglichkeiten, Vieira und Lokonga gleichzeitig auf das Spielfeld zu bringen. Nicolai Remberg ist im 3-4-3-System aus guten Gründen als Abräumer gesetzt, während die beiden vom FC Arsenal gekommenen Spieler um die Rolle des Nebenmannes kämpfen.
Es ist jedoch für einen Aufsteiger nicht selbstverständlich, gleich auf zwei Spieler mit herausragenden fußballerischen Fähigkeiten zurückgreifen zu können. Daher sollte zumindest die Option bestehen, Vieira und Lokonga gleichzeitig aufs Spielfeld zu schicken. Eine Möglichkeit wäre, Vieira wie bei seinem Debüt in München (0:5) auf den rechten Flügel zu versetzen.
Darüber hinaus könnte auch für bestimmte Situationen – wie beispielsweise einem 0:1-Rückstand gegen einen weitestgehend harmlosen VfL Wolfsburg – eine Systemumstellung in Betracht gezogen werden. Durch die Herausnahme eines Innenverteidigers könnte Platz für einen zusätzlichen zentralen Mittelfeldspieler geschaffen werden, sodass Remberg seine Aufgabe weiterhin wahrnehmen kann und Vieira sowie Lokonga das Spiel im eigenen Ballbesitz gestalten können. Wie Polzin über diese Alternative denkt, ist nicht bekannt. In der bisherigen Saison hat er diese Option jedoch nicht genutzt.