FC Augsburg: Sandro Wagner unter Druck nach Niederlagen
Die Erwartungen an Sandro Wagner, der Trainer des FC Augsburg wurde, waren hoch. Nach seiner Zeit beim DFB galt er als bestens vorbereitet für die Herausforderungen in der Bundesliga.
In Augsburg zeigt sich jedoch, dass Wagner neben seiner fachlichen Kompetenz auch ein ausgeprägtes Mundwerk besitzt. Seine Aussage, dass der FCA qualitativ nicht hinter dem FC Bayern zurücksteht, wurde ihm bereits mehrfach vorgehalten, insbesondere während der letzten schwierigen Phase, in der Augsburg große Probleme hatte.
Aktuell ist von Euphorie beim FCA wenig zu spüren. Im Gegenteil: Die 0:6-Niederlage gegen Leipzig war die höchste Heimpleite in der Bundesliga-Geschichte des Teams. Zudem folgte das Pokalaus in der vergangenen Woche gegen den Zweitligisten Bochum. Die Stimmung im Verein kippt, und die Gerüchte über eine mögliche Trainerentlassung nehmen zu.
Der Fußball ist bekanntlich ein Sport der Momentaufnahmen. In einem Augenblick befindet man sich in einer Krise, im nächsten ist man ein begeisterndes Team. Auch auf dem Trainerstuhl gibt es solche Momentaufnahmen. Derzeit ist Sandro Wagner beim FC Augsburg noch im Amt, und es gibt keine intensiven Diskussionen über seine Zukunft. Auch er selbst zeigt sich bislang gelassen. Doch wie lange wird das anhalten?
Diese Frage ist berechtigt, denn die Defizite des FCA sind offensichtlich. Die Mannschaft verliert nicht nur knapp, sondern hat es oft mit klaren, verdienten Niederlagen zu tun, die auf systematische und taktische Probleme hinweisen, die selbst im Spielverlauf nicht kaschiert werden können.
Wagner muss sich zunehmend auch Fragen zu seinen taktischen Grundordnungen gefallen lassen, die nicht immer nachvollziehbar sind. Es ist entscheidend, dass er selbst diese Fragen stellt, um Lösungen zu finden und die grundlegenden Probleme im Spiel des FCA, das zu fehleranfällig und unausgewogen ist, zu beheben.
Gerade weil es in den letzten Wochen keine erheblichen Anpassungen gab und Wagner immer wieder ähnliche Ansätze verfolgt hat, steht er im kommenden Spiel gegen den BVB besonders unter Beobachtung, auch wenn dies nach außen hin noch nicht kommuniziert wurde. Doch niemand kann ignorieren, was derzeit geschieht – oder eben nicht geschieht.
Ein natürlicher Mechanismus wäre, bis zu den bald anstehenden Länderspielen abzuwarten, bevor man über eine Trennung nachdenkt. Sollte der FCA jedoch gegen Dortmund verlieren und weiterhin „beratungsresistent“ in Bezug auf die Spielweise bleiben, könnte dies darauf hindeuten, dass Wagner entweder nicht versucht, etwas zu ändern, oder dass er nicht die Mittel hat, um seinen Spielern seine Ideen zu vermitteln. Beides wäre problematisch und ein Signal, dass eine Trennung sinnvoll sein könnte.
Besonders vor dem nächsten Spiel gegen Stuttgart muss darauf geachtet werden, dass die ohnehin schlechte Tordifferenz nicht weiter leidet. Zudem könnte eine Veränderung vor dem VfB-Spiel dem neuen Trainer die Möglichkeit geben, die Mannschaft kennenzulernen, bevor einige Spieler zu den Nationalmannschaften reisen. Es könnte sich somit tatsächlich um ein Schicksalsspiel für Wagner handeln.