FC Basel: Auf dem Weg zur Wiederbelebung
Früher war der FC Basel ein fester Bestandteil der Champions League, heute steht der Verein vor der Herausforderung, aus einer Phase des Mittelmaßes herauszukommen. Ein Traditionsklub aus der Schweiz sieht sich gezwungen, Fehler der Vergangenheit zu korrigieren.
Im Frühjahr 2012 gelang dem FC Basel ein bemerkenswerter Sieg gegen den FC Bayern München im Achtelfinale der Champions League, als Yann Sommer im Tor, Aleksandar Dragovic in der Abwehr, Granit Xhaka im Mittelfeld und Xherdan Shaqiri als kreativer Kopf auf dem Platz standen. Doch das Rückspiel endete mit einer 0:7-Niederlage.
Die genannten Spieler verließen den Verein schrittweise in Richtung Bundesliga, was Basel viel Geld einbrachte. Zwischen 2009 und 2017 war der Verein unangefochtener Meister der Super League. Seitdem hat der Traditionsverein jedoch einen dramatischen Rückgang erlebt. In der Saison 2024/25 konnte Basel lediglich eine Meisterschaft in den letzten zehn Jahren erringen, musste sich jedoch dem Aufsteiger FC Thun geschlagen geben.
Der Saisonverlauf war für Basel aus mehreren Gründen enttäuschend. Obwohl der Verein in der Europa League einen Sieg gegen den VfB Stuttgart feierte, schied man sang- und klanglos in der Gruppenphase aus. Die gesamte Liga hat derart enttäuscht, dass Basel aus den Top 15 Europas gefallen ist, was bedeutet, dass in den kommenden zwei Jahren keine festen Startplätze in internationalen Wettbewerben mehr zur Verfügung stehen.
Das Umfeld von Basel muss sich der Realität stellen. Der Verein stellt derzeit keinen einzigen Schweizer Nationalspieler mehr, und es mangelt an Identifikation und Identität. Präsident David Degen möchte zusammen mit dem neuen Technischen Direktor Andreas Herrmann und dessen Team genau diese Aspekte stärken. Ein wichtiger Bestandteil soll die Rekrutierung internationaler Talente sein.
Degen äußerte sich im Podcast Achzädreyenünzig: „Auch wenn das viele nicht hören wollen, wir benötigen genau diese Spieler. Wir müssen auf dem globalen Markt aktiver werden.“ Ein weiteres Fundament ist die eigene Jugendarbeit: „Wir haben zu wenig Nachwuchs. Deshalb haben wir Anpassungen im Jugendbereich vorgenommen. Wir müssen die besten Schweizer Talente im Alter von 13 oder 14 Jahren nach Basel holen.“
Der aktuelle Kader bietet wenig Fantasie, Talent und Wiederverkaufswerte. Es fehlt an den wertvollen Spielern vergangener Jahre. Basel hatte in der Vergangenheit immer wieder außergewöhnliche Transfers, wie den Verkauf von Thierno Berry für 20 Millionen Euro an Villarreal, Reinato Veiga für 14 Millionen Euro an den FC Chelsea oder Riccardo Calafiori für 23,5 Millionen Euro nach Bologna.
Es bedarf einer Mischung aus leistungsstarken und perspektivischen Spielern. Optimalerweise könnte Basel in den kommenden Jahren wieder zu einem Sprungbrett für Talente werden. Wenn die Topvereine im Ausland nach neuen Spielern suchen, sollte ihr Blick auch in den Nordwesten der Schweiz gehen. Der Wettlauf um Talente wird zunehmend intensiver, und Basel spielt derzeit nur eine Nebenrolle.
Hier kommen die Stärken von Herrmann ins Spiel, der bei Manchester United für die Entdeckung und Förderung von Talenten verantwortlich war. Der gebürtige Frankfurter hat seine Vertrauten Marko Filipovic und Dennis Hofmann, der von Eintracht Frankfurt kam, ins Boot geholt. Dies zeigt eine neue Denkweise beim Traditionsverein: jung, hungrig, voller Elan und Know-how, anstatt auf große Namen zu setzen.
Präsident Degen erklärte bei der Vorstellung von Herrmann: „Für den FCB ist es ein wichtiger Schritt in die Zukunft, da wir unsere Kompetenz, Professionalität und Innovation in der Spieler-Rekrutierung erheblich ausbauen können. Wir müssen uns an hohen internationalen Standards orientieren, um weiterhin gute Spieler zum FCB zu holen, die uns helfen, unsere ambitionierten sportlichen Ziele zu erreichen.“
Herrmann genießt in der Branche einen hervorragenden Ruf. In über zehn Jahren bei Manchester und kurzzeitig beim VfB Stuttgart hat er zahlreiche Transfers im Hintergrund initiiert. Mit 34 Jahren hat der Enkel des 54er-Weltmeisters Richard Herrmann bereits viel Erfahrung gesammelt. Seine Meinung hatte bei Manchester Gewicht und wurde stets geschätzt.
Herrmann, Hofmann und Filipovic sind jedoch keine Heilsbringer. Sie stehen im Fokus und wollen das in sie gesetzte Vertrauen zurückzahlen. Nach langen Verhandlungen mit den abgebenden Klubs kann der Neuaufbau beginnen. Trotz der nervösen Erwartungen im Umfeld wird nach einer neuen und erfolgreichen Identität gesucht.