FC Bayern erreicht DFB-Pokal-Viertelfinale
Der FC Bayern München hat sich erfolgreich ins Viertelfinale des DFB-Pokals gekämpft. An der Alten Försterei war die Partie genau das, was man sich als spannenden Pokal-Fight vorstellt. Dank zweier Eigentore des traditionsreichen Klubs sowie einem Treffer von Harry Kane stehen die Münchner nach Jahren wieder unter den letzten acht Mannschaften im Pokal. Die Erinnerungen an frühere Stolpersteine wie Kiel, Saarbrücken und Gladbach sind damit schnell vergessen.
Allerdings hielten die Bayern-Stars die mitgereisten Reporter lange in Ungewissheit. Bereits bei der Anreise hofften die Journalisten, dass die Partie früh entschieden werden würde – ganz gleich, wie. Eine Verlängerung bei frostigen Temperaturen im kultigen Stadion wollte man unbedingt vermeiden. Für Reporter ist es zwar ein besonderes Erlebnis, aber auch ziemlich eng an diesem Ort.
Die Presseplätze in Köpenick erinnern an die Strafbank aus der Grundschule, was zu der Forderung führt: weniger Kult und dafür mehr Platz. Doch vermutlich bedingt das eine das andere. Um das zu klären, müsste man einen Sozialforscher befragen oder vielleicht Steffen Baumgart, den Trainer von Union Berlin, der am Mittwochabend mit einem überraschenden Outfit aufwartete.
Baumgart trug tatsächlich eine Daunenjacke, anstatt wie gewohnt kurze Hosen oder ein T-Shirt, was die Kälte des Abends unterstrich. Nach der soliden Leistung seines Teams fand er zwar warme Worte, konnte jedoch wenig mit den Komplimenten anfangen.
Fraglich bleibt, ob Vincent Kompany ihm nach dem Spiel erklärte, wie man mit Niederlagen umgeht. Der Belgier hat in letzter Zeit schließlich kaum Erfahrung mit Niederlagen gesammelt. In jedem Fall verbrachten die beiden Trainer am Mittwochabend noch lange Zeit in den Katakomben der Alten Försterei, tauschten sich aus und klatschten sich freundschaftlich ab.
Ob Baumgart und Kompany über die Auszeichnung „Spieler des Spiels“ diskutierten oder über das Foul von Kane vor dem zweiten Elfmeter? In jedem Fall wurde der Award an Lennart Karl vergeben, der zwar eine ansprechende Leistung zeigte, jedoch wenig zum Erfolg des FCB beitrug. Joshua Kimmich bereitete zwei Treffer vor, während Union-Star Leopold Querfeld sogar doppelt traf.
Somit stellt sich die berechtigte Frage, wer diese Auszeichnungen eigentlich vergibt. Letztlich konnte Karl jedoch für das Award-Selfie posieren, was dem Youngster aufgrund seines Alters durchaus gut gelang. So blieb zumindest der peinliche Moment für Kimmich aus.
Berichtet aus der Alten Försterei von Florian Schimak.