FC Bayern Fans fordern Schutz vor Polizeigewalt

FC Bayern Fans fordern Schutz vor Polizeigewalt

Die organisierten Fans des FC Bayern sind für ihre klare Haltung bekannt. Beim Spiel gegen Sporting Lissabon richteten sie ihre Kritik an die UEFA und die EU.

München – „Beim Aussteigen haben sie erstmal einen Knüppel in den Rücken oder in den Nacken bekommen von der Polizei“, berichtete Alexander Wehrle, Vorstand des VfB Stuttgart, über die Vorkommnisse am 27. November in Deventer. Wehrle war vor Ort, als die Fans seines Vereins beim Auswärtsspiel in der Europa League von den Einsatzkräften empfangen wurden. Die Forderung nach Aufklärung schlossen sich nun auch die Fans des FC Bayern an.

Beim Champions-League-Heimspiel zeigten die Fans in der Südkurve kurz nach Anpfiff ein unmissverständliches Banner: „UEFA and EU get your shit together - Protect away fans from arbitrary measures and police violence!“ Diese Aufforderung bezog sich nicht nur auf die Polizeigewalt in Deventer.

Die Aufmerksamkeit, die der Gewalt in Deventer zuteilwurde, ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Verantwortliche des VfB Stuttgart bei der Ankunft ihrer Fans anwesend waren und später das Vorgehen der Polizei öffentlich kritisierten. Andernfalls hätte die Erklärung der Behörden, die behaupteten, die VfB-Fans hätten sich aggressiv verhalten, möglicherweise geglaubt werden können. Videos und die Aussagen von Alexander Wehrle zeichneten jedoch ein anderes Bild.

Die Bayern-Fans nutzten diese Aufmerksamkeit für ihren Appell an die UEFA und die EU. Warum auch die Europäische Union? Dies hängt unter anderem mit den Erfahrungen der Fans von Eintracht Frankfurt zusammen, die am 4. November vom Auswärtsspiel ihres Vereins in Neapel ausgeschlossen wurden. Um dies zu gewährleisten, setzte das italienische Innenministerium zeitweise Grenzkontrollen ein, wodurch das Schengen-Abkommen außer Kraft gesetzt wurde.

Beobachter wiesen darauf hin, dass Italiens Vorgehen mehrere Verstöße gegen das EU-Recht darstellen könnte. Dies wurde von den Bayern-Fans an die Institutionen der Europäischen Union adressiert. Zudem gibt es zahlreiche weitere Vorkommnisse, bei denen Auswärtsfans von vornherein kriminalisiert und mit Polizeigewalt konfrontiert werden, was immer wieder von Fanbündnissen thematisiert wird.

Nicht zuletzt warnen Bayern-Fans immer wieder vor Auswärtsspielen in Spanien, wo die Polizei oft mit Schlagstöcken nicht zurückhaltend umgeht. Diese Berichte finden jedoch häufig wenig Gehör, da meist nur die Aussagen der Polizei gegen die der Fans stehen und Pressemitteilungen der Behörden in der Öffentlichkeit als neutrale Fakten akzeptiert werden.

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