FC Bayern feiert ersten Pokalsieg seit 2020 mit großem Fest
Der FC Bayern München ist nach drei Jahren wieder Pokalsieger – ein Anlass, der gebührend gefeiert werden musste. In den Katakomben und im Kraftwerk ging es wild und teils kurios zu.
Berlin – Ab 22 Uhr am Samstagabend war beim FC Bayern kein Halten mehr. Der Moment, in dem Spieler, Trainer und Staff nach dem 3:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart in die Fankurve des Berliner Olympiastadions liefen, läutete eine lange Partynacht ein. Im Mittelpunkt stand der 52 Zentimeter große und 5,7 Kilogramm schwere Pokal mit einem Fassungsvermögen von acht Litern. In der Kabine wurde bereits das eine oder andere Getränk geleert, bevor die Feier im „Kraftwerk“ und im „Soho House“ weiterging – bis die Sonne wieder aufging.
Besonders viel trinken musste Konrad Laimer, was ihm deutlich anzumerken war, als er gegen Mitternacht als einer der Letzten den Weg zum Bus antrat. Er war bester Laune, aber nicht ganz glücklich, da er vom DFB zur Dopingprobe gebeten wurde. Trotz mehrerer Biere dauerte es eine Weile: „Das macht keinen Spaß. Nach dem Pokalsieg Doping. So eine Sch....“, fasste Laimer seine Enttäuschung zusammen, nachdem er die Feierei in der Kabine verpasst hatte. „Das Spiel war toll, danach war sch.... Ich hoffe, jetzt geht es wieder bergauf.“
Die Motivation der Spieler war jedoch unübersehbar. Allen voran die Feierbiester um Alphonso Davies, der den Pokal unter großem Applaus ins „Kraftwerk“ trug. Die Jungstars Aleksandar Pavlović, Tom Bischof und Lennart Karl hielten sich an ihren Dresscode und trugen Sonnenbrillen, während sie die Berliner Nacht eroberten.
Etwas stilvoller präsentierte sich Harry Kane, der im braunen Ton-in-Ton-Outfit strahlte und das zeigte, was er auch auf dem Feld bewiesen hatte: Größe und Qualität. Er nahm sogar ein ganz besonderes Souvenir mit nach Hause, unterstützt von Hans-Peter Renner, einer Legende der Medienabteilung, der beim Interview-Marathon eine weiße Plastiktüte mit dem Ball hielt, den Kane als Hattrick-Torschütze gesichert hatte. Zuhause, so der Engländer, werde der Ball einen besonderen Platz bekommen, damit die Kinder nicht zu oft damit spielen. Ein erster Pokalsieg ist auch für einen Mann wie ihn etwas Besonderes.
Es war daher nicht verwunderlich, dass Vincent Kompany den DFB-Pokal direkt in Kanes Hände überreichte. Während eines Interviews übergab der Belgier den goldenen Pokal, den sie im „Kraftwerk“ bei Sushi, Pizza, Wiener Schnitzel und Prime Beef Filet feierten. Ein meterhoher Kakadu begrüßte die rund 1200 geladenen Mitarbeiter und Gäste am Eingang und war ein beliebtes Fotomotiv, ebenso wie die beiden Replikate der Trophäen vor einer roten Fotowand.
Die Stimmung war besonders, als ein ganz spezieller Gast auf der Bühne erschien: Die Bayern hatten den Berliner Rapper Kool Savas engagiert. Drei Lieder, 20 Minuten Ekstase. Sogar der „Stern des Südens“ wurde als Rap-Version präsentiert. Die Spieler genossen ihren Abend in einem leicht abgetrennten Bereich, bevor sie weiter ins „Soho House“ zogen, wo sie in einem gemieteten Bereich ganz unter sich waren. Die Feier dauerte bis in die frühen Morgenstunden, und das war auch mehr als verdient.