FC Bayern feiert überzeugenden Sieg gegen TSG Hoffenheim
Der FC Bayern München hat mit einem verdienten 4:1-Sieg gegen die TSG Hoffenheim triumphiert. Trainer Vincent Kompany konnte dabei auf eine neue Strategie zurückgreifen, die ihm sichtlich Freude bereitete.
München – Ob Vincent Kompany alle Äußerungen von Karl-Heinz Rummenigge aus den letzten 25 Jahren beim FC Bayern kennt, ist nicht bekannt. Es ist jedoch unwahrscheinlich. Dennoch hätte man dem Bayern-Trainer am Samstag möglicherweise einen der berühmtesten Sprüche von Rummenigge ins Gedächtnis rufen können.
„Fußball ist keine Mathematik“, sagte Rummenigge im Jahr 2007 über den damaligen FCB-Coach Ottmar Hitzfeld, als dieser in einem UEFA-Cup-Spiel mit seiner Rotation scheiterte. Bei Kompanys Team in Hoffenheim lief es jedoch dank eines Dreierpacks von Harry Kane gut – und das trotz einer neuen Herangehensweise!
So saß Joshua Kimmich am Samstag bei angenehmen spätsommerlichen Temperaturen die ersten 60 Minuten auf der Bank. Die Mittelfeldzentrale bildeten Pavlovic und Goretzka, während Kimmich erst im zweiten Abschnitt ins Spiel kam, als der Rekordmeister bereits mit 2:0 führte.
Es war das erste Mal seit der Klub-WM im Sommer in den USA, dass Kimmich nicht in der Startelf stand, als Kompany im letzten Gruppenspiel gegen Benfica rotierte. Das Ergebnis ist bekannt: Bayern verlor 0:1, wurde Gruppenzweiter und hatte im Viertelfinale gegen PSG das Nachsehen.
In 62 Partien unter Kompany war es erst das zweite Mal, dass Kimmich nicht von Beginn an auf dem Platz stand. Normalerweise spielt der 30-Jährige immer und wurde nur einmal ausgewechselt – beim 4:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt in der letzten Saison, als er angeschlagen vom Feld musste.
Danach fehlte Kimmich am 24. Spieltag beim VfB Stuttgart und wurde in der Schlussphase der peinlichen 2:3-Niederlage gegen den VfL Bochum als Rechtsverteidiger eingewechselt. Ansonsten ist Kimmich unter Kompany der Spieler, der durchgehend 90 Minuten spielt!
Eine weitere interessante Statistik: Niko Kovač, Kompanys Vorgänger, war ebenfalls ein großer Fan von Kimmich. In 64 seiner 65 Spiele als Bayern-Coach stand Kimmich in der ersten Elf – nur einmal fehlte er aufgrund einer Gelbsperre, und zwar im Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Liverpool, in dem die Bayern prompt ausschieden.
Das Thema Rotation ist an der Säbener Straße ein sensibles Thema. Dies zeigte auch Kompanys Reaktion am Samstag in Hoffenheim. „Ehrlich gesagt bin ich überrascht, wie oft mir diese Frage gestellt wurde“, äußerte der Coach auf der Pressekonferenz: „Kommt schon, Leute, wir schreiben das Jahr 2025.“
In seiner ersten Saison setzte Kompany meist auf dieselbe Elf, auch weil er liefern musste. Die frühe Rotation in dieser Spielzeit ist eine Lehre aus der letzten Saison, als die Bayern in der entscheidenden Phase viele Verletzte zu beklagen hatten. Das Thema Belastungssteuerung wird beim Rekordmeister auch aufgrund der kurzen Vorbereitung in dieser Saison großgeschrieben.
So hat auch Superstar Kane in den ersten Wochen häufiger beim Teamtraining ausgesetzt. Mit 13 Treffern in sieben wettbewerbsübergreifenden Partien spricht das eine klare Sprache. Und hier kommen wir wieder zur Mathematik. Doch da wollen wir Karl-Heinz Rummenigge lieber nicht widersprechen.