FC Bayern gewinnt erstes DFB-Pokalfinale 1957

FC Bayern gewinnt erstes DFB-Pokalfinale 1957

Am 29. Dezember 1957 trat der FC Bayern München im Augsburger Rosenaustadion zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte im DFB-Pokalfinale gegen Fortuna Düsseldorf an.

In der Nacht vor dem Endspiel fiel in Südbayern starker Schnee, dennoch machten sich 12.000 Bayern-Fans auf den Weg, um ihre Mannschaft im zweiten großen Finale nach dem Meisterschaftsfinale 1932 zu unterstützen. Die Fans reisten entweder über die vereiste Autobahn oder in zwei Sonderzügen von München nach Augsburg.

Ursprünglich galten die Düsseldorfer Fortunen als Favoriten, doch die veränderten Spielbedingungen führten zu einem überraschenden Spielverlauf. Der kicker berichtete am folgenden Tag: „… Hätte Bayern drei, vier Tore geschossen – keiner, auch kein Düsseldorfer hätte den Münchnern ihr moralisches Recht auf ein 3:0 oder gar 4:0 abgesprochen.“

Schließlich gewann der FC Bayern vor 42.000 Zuschauern mit 1:0, dank eines Tores von Rudi Jobst in der 78. Minute. Dies war der erste von mittlerweile 20 DFB-Pokalsiegen für den Verein. Der damals 22-jährige Jobst war der herausragende Spieler des Endspiels, musste jedoch nur zwei Jahre später aufgrund chronischer Knieprobleme seine Karriere beenden. Er verstarb 2020 im Alter von 85 Jahren in München.

Das Endspiel fand im Dezember statt, was bedeutete, dass der DFB-Pokal damals über das Kalenderjahr hinweg ausgetragen wurde. Der Weg ins Finale war lang und beschwerlich, da die Bayern viermal in die Verlängerung und zweimal in ein Wiederholungsspiel mussten. Im Jahr 1957 gab es noch kein Elfmeterschießen im DFB-Pokal.

Da die Vereinskasse leer war, wollte der Vorstand des FC Bayern eigentlich nicht am Wettbewerb teilnehmen, um die Reisekosten zu sparen. Doch der österreichische Trainer Willibald Hahn setzte sich für die Teilnahme ein, was sich als großer Glücksfall herausstellte. In der Vorrunde des Wettbewerbs (Süddeutscher Pokal) spielte der FC Bayern am 3. März 1957 ein Wiederholungsspiel gegen Neu-Isenburg im Münchner Dantestadion.

Der 4:0-Sieg (nach einem 2:2 n.V. im Auswärtsspiel) war das letzte Pokal-Heimspiel des FC Bayern im heute denkmalgeschützten Stadion im Stadtteil Gern. Für den 2019 verstorbenen B-Nationalspieler Kurt Sommerlatt war es der dritte DFB-Pokalsieg in Folge, nachdem er in den beiden Jahren zuvor mit dem Karlsruher SC erfolgreich gewesen war. Bis heute konnte kein anderer Spieler dieses Kunststück im DFB-Pokal wiederholen.

Die Pokalhelden auf dem Bild: Oben von links nach rechts: Thomas Mayer, Peter Velhorn, Willi Knauer, Siegfried Manthey, Ludwig „Wiggerl“ Landerer, Arpad Fazekas, Rudi Jobst, Kurt Sommerlatt; unten von links nach rechts: Gerhard Siedl, Kapitän Hans Bauer (mit dem Pokal) – einer der Weltmeister von 1954; Werner Huber.

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