FC Bayern: Herausforderungen bei Standardsituationen

FC Bayern: Herausforderungen bei Standardsituationen

Der FC Bayern München hat in den letzten Spielen Schwierigkeiten, die gewohnten Siege einzufahren. Ein zentrales Problem scheint in der Verteidigung gegen Standardsituationen zu liegen, was nun für Unruhe sorgt.

In der ersten Saison unter Cheftrainer Vincent Kompany wurde den Bayern häufig nachgesagt, dass sie Probleme bei Kontern hätten. Jetzt stehen jedoch die gegnerischen Standards im Fokus, die dem Rekordmeister erhebliche Kopfschmerzen bereiten. Statistiken zeigen, dass die Münchner in dieser Disziplin das schwächste Team der Bundesliga sind, was als alarmierend gilt.

Von den elf Gegentoren, die die Mannschaft in der Liga kassiert hat, fielen sieben nach Standardsituationen. Dies entspricht einem Anteil von fast 64 Prozent – der Höchstwert in der Liga. Auf den ersten Blick mag das beunruhigend erscheinen, doch bei näherer Betrachtung zeigt sich ein anderes Bild. Trotz der elf Gegentore in 14 Ligaspielen, was einem Durchschnitt von 0,79 Toren pro Spiel entspricht, zählt der FC Bayern zu den defensiv stärksten Teams in den fünf europäischen Top-Ligen.

Nur der FC Arsenal (0,62 Tore pro Spiel) und die AS Roma (0,53 Tore pro Spiel) haben im Schnitt weniger Gegentore kassiert. Das Torverhältnis der Bayern von 51:11 ist zudem das beste in den europäischen Top-Ligen. Ein Beispiel für die Probleme bei Standards ist das Eigentor von Joshua Kimmich beim 4:1-Sieg in Hoffenheim, das auf einen Freistoß zurückzuführen war.

Im Topspiel gegen Borussia Dortmund fiel der späte Anschlusstreffer von Julian Brandt nicht direkt aus einem Freistoß, sondern nach einer Seitenverlagerung. Die beiden Gegentore beim 2:2 gegen Union Berlin resultierten ebenfalls aus Standardsituationen, wobei ein harmloser Schuss von Manuel Neuer und ein Missverständnis in der Abwehr zu den Toren führten.

Die Schwächen der Bayern bei Standards scheinen nicht auf ein festes Muster zurückzuführen zu sein, sondern sind oft das Resultat individueller Fehler. Eine dauerhafte Fehlerquelle lässt sich daher nicht identifizieren. Auch die Gegentore gegen Dortmund und Neuer in Berlin sollten nicht zwingend als Standard-Gegentore gewertet werden. Selbst wenn man diese in die Statistik einbezieht, bleibt der hohe Anteil von 64 Prozent an Gegentoren durch Standards eine verzerrte Darstellung.

Denn abgesehen von den defensiv spielenden Dortmundern haben alle anderen Bundesliga-Teams mehr Gegentore kassiert als die Bayern, was den prozentualen Anteil der Standard-Gegentore erhöht. Positiv zu vermerken ist jedoch, dass Kompanys Mannschaft nur wenige Tore aus dem Spiel heraus kassiert hat, insbesondere keine aus Kontern.

Ein weiteres Thema unter Experten ist die mögliche Müdigkeit der Bayern-Spieler, die sich nach der kurzen Weihnachtspause sehnen. In den ersten neun Bundesliga-Partien kassierte der FCB nur vier Gegentore, in den letzten fünf jedoch bereits sieben. Gegen die Müdigkeitstheorie spricht allerdings, dass die meisten Tore in der Rekordsiegesserie spät fielen.

Die gegenwärtigen Schwierigkeiten des FC Bayern, trotz ihrer technischen Überlegenheit zu gewinnen, könnten eher auf die widrigen Bedingungen in dieser Jahreszeit zurückzuführen sein. Kälte, Nässe und schlechte Platzverhältnisse belasten nicht nur die Münchner, sondern auch andere europäische Top-Teams.

In der Saison 1980/81 erlebte der FC Bayern eine kurvenreiche Meisterschaft, die von einem starken Saisonstart, einer schwächeren Winterphase und einem fulminanten Finish geprägt war. Ähnlichkeiten zu den aktuellen Herausforderungen sind nicht zu übersehen.

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