FC Bayern München: Kaderdiskussion vor Saisonstart

FC Bayern München: Kaderdiskussion vor Saisonstart

Am Freitag beginnt die neue Bundesligasaison, und beim FC Bayern München sorgt der Blick auf den Kader nicht nur bei Harry Kane für Besorgnis. Ist diese Sorge berechtigt?

München – Das Wetter in München ist mittlerweile wieder angenehm! Nachdem vor zwei Wochen Regen und Temperaturen um die 15 Grad vorherrschten, strahlt jetzt die Sonne über der bayerischen Landeshauptstadt. Doch an der Säbener Straße schien zu Beginn der Woche eine dunkle Wolke aufzuziehen.

Harry Kane und Konrad Laimer waren nicht auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße, was bei einigen Fans des FC Bayern Alarm auslöste. Nach den Abgängen von Eric Dier, Leroy Sané, Mathys Tel, Thomas Müller, Joao Palhinha und zuletzt Kingsley Coman wirkt der Kader des Rekordmeisters auf den ersten Blick nicht gerade üppig besetzt.

Falls auch Superstar Kane, neben Jamal Musiala (Sprunggelenksfraktur), Alphonso Davies (Kreuzbandriss) und Hiroki Ito (Mittelfußbruch), ausfällt, droht den Bayern vor dem Ligastart gegen RB Leipzig eine ernsthafte Krise. Doch es ist nicht so schlimm, denn Kane fehlte am Montag und Dienstag lediglich aus Gründen der Belastungssteuerung.

Der Engländer trainierte individuell im Kraftraum, ebenso wie Laimer, der nach dem Supercup-Sieg in Stuttgart (2:1) noch leicht angeschlagen war. Für den Auftakt in der Allianz Arena am Freitagabend sollten beide Stars jedoch einsatzbereit sein. Die Diskussion über die Kadergröße des Rekordmeisters bleibt dennoch aktuell.

Ist der Kader tatsächlich zu klein? Mit Jonathan Tah wurde der Abgang von Dier gut kompensiert. Palhinha wird durch Tom Bischof ersetzt, dessen Spielstil besser zu den Vorstellungen von Vincent Kompany passt. In der Defensive und im Mittelfeld scheint der Bayern-Kader gut aufgestellt zu sein – doch in der Offensive sieht es tatsächlich dünn aus!

Obwohl mit Luis Diaz von Liverpool ein Upgrade für den linken Flügel verpflichtet wurde, sind die vier Kaderpositionen in der Offensive nicht ausreichend besetzt. Lennart Karl zeigte zwar in der Mini-Vorbereitung starke Leistungen und könnte der Backup für Michael Olise werden, es fehlt jedoch mindestens ein weiterer qualitativ hochwertiger Offensivspieler.

Nick Woltemade und Christopher Nkunku wurden als potenzielle Neuzugänge gehandelt, doch aktuell scheint keiner von beiden in den nächsten zwei Wochen nach München zu wechseln. Ein zusätzlicher Offensiv-Star wäre für die Bayern in der bevorstehenden Saison entscheidend. Ohne einen solchen Neuzugang könnte es bis zum Winter wirklich herausfordernd werden, insbesondere da Serge Gnabry derzeit in der Startelf gesetzt ist.

Obwohl der 30-Jährige über viel Qualität verfügt, bleibt die Frage, ob er diese über mehrere Monate hinweg zeigen kann. Musiala wird voraussichtlich ab November wieder zur Verfügung stehen, doch es bleibt unklar, in welcher Verfassung der 22-Jährige nach seiner schweren Verletzung von der Klub-WM zurückkehrt.

Am Dienstag kursierten zudem Gerüchte über einen möglichen Abgang von Paul Wanner, was darauf hindeuten könnte, dass die Münchner möglicherweise bereits weit fortgeschrittene Gespräche über einen Neuzugang führen. Konkrete Namen wurden jedoch noch nicht genannt.

Manuel Neuer äußerte kürzlich, dass er ein „gutes Gefühl“ habe, dass die Klubführung noch aktiv werden wird, um den Kader zu verstärken. Kane hingegen schlug Alarm: „Es ist vermutlich einer der kleinsten Kader, in dem ich je gespielt habe“, und lenkte den Fokus auf die Vereinsführung: „Wir sind ein bisschen dünn besetzt, aber das liegt nicht in der Macht der Spieler.“

In den vergangenen Jahren wurde der FC Bayern häufig von größeren Verletzungen geplagt, was die Verantwortlichen sicherlich im Hinterkopf haben. Christoph Freund betonte noch in der vergangenen Woche: „Wir sind mit dem Kader und der Qualität sehr gut aufgestellt. Wir wissen, dass wir von der Anzahl her einen guten Kader brauchen.“

Weniger als zwei Wochen bleiben noch, um die Offensive in der Breite zu verstärken. Es bleibt spannend, welche Stars für den FC Bayern in Frage kommen. Auffällig ist, dass Max Eberl in den letzten zwei Wochen wenig zu sehen war. Ob dies ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

Von der Säbener Straße berichtet Florian Schimak.

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