FC Bayern München: Rekordjagd unter Vincent Kompany

FC Bayern München: Rekordjagd unter Vincent Kompany

Vor Beginn der Saison wurde dem FC Bayern München aufgrund seiner Teilnahme an der Klub-Weltmeisterschaft ein holpriger Start prophezeit. Das Gegenteil ist eingetreten, und nun droht sogar ein Rekord von Pep Guardiola zu wackeln.

Trotz des Comebacks in der Meisterschaft unter dem neuen Trainer Vincent Kompany, nach einer einjährigen Titelabstinenz, hatten viele Experten zu Saisonbeginn die Titelchancen des FC Bayern skeptisch eingeschätzt. Insbesondere die Sommer-Transferaktivitäten des Rekordmeisters, die von Sportvorstand Max Eberl geleitet wurden, standen stark in der Kritik. Eberls Zukunft wurde eng mit der von Kompany verknüpft, dem von vielen Experten ein ähnliches Schicksal im zweiten Jahr wie seinen Vorgängern Carlo Ancelotti, Niko Kovac und Julian Nagelsmann vorhergesagt wurde.

Zusätzlich wurde die Teilnahme an der Klub-Weltmeisterschaft, die bis Anfang Juli in den USA stattfand, in Deutschland negativ bewertet. Den Teilnehmern – neben dem FC Bayern auch Borussia Dortmund – wurde ein desaströser Saisonstart in der Spielzeit 2025/26 vorausgesagt, aufgrund der Mehrbelastung und der kürzesten Saisonvorbereitung in der Geschichte der Bundesliga. Zu allem Überfluss verletzte sich Jamal Musiala beim Ausscheiden des FC Bayern im WM-Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain schwer am Unterschenkel.

Das bitteres 0:2 gegen den amtierenden Champions-League-Gewinner am 5. Juli 2025 liegt nun genau vier Monate zurück, und die Entwicklungen verliefen ganz anders als von vielen Fußballfans und Experten erwartet. Schon die kurze Vorbereitungsphase verlief mit drei Testspielsiegen gegen Olympique Lyon (2:1), den Europa-League-Gewinner Tottenham Hotspur (4:0) und Grashopper Zürich (2:1) überraschend positiv. Inklusive des „Auswärts-Coups in Unterzahl“ bei PSG (2:1) hat der FC Bayern alle 16 Pflichtspiele dieser Saison gewonnen.

Die Fußballwelt zählt mittlerweile bei jedem weiteren Sieg des deutschen Rekordmeisters mit, da jeder Sieg eine Verbesserung des Europarekords des AC Milan aus der Saison 1992/93 bedeutet. Damals gewann Milan zu Saisonbeginn wettbewerbsübergreifend zwölf Mal in Serie und schloss die Saison mit einer Niederlage im ersten CL-Finale der Geschichte gegen Olympique Marseille ab.

Das Erreichen des Champions-League-Finales am 30. Mai 2026 in Budapest ist das große Ziel der Kompany-Bayern, bis dahin steht jedoch noch ein langer Weg bevor. Nach dem 2:1-Sieg in Paris fasste Kompany die Partie auf der Pressekonferenz einfach mit „Arbeit und Emotion“ zusammen und kommentierte den verbesserten Europarekord von 16 Pflichtspielsiegen lapidar mit „trotzdem müssen wir das nächste Spiel gewinnen.“

Dieses findet am Samstagnachmittag in der Alten Försterei bei Union Berlin statt, es ist der 10. Spieltag der Bundesliga. Obwohl der 39-jährige Belgier angibt, kein „Rekordesammler“ zu sein, würde der nächste Sieg eine neue Bestmarke in der Bundesliga bedeuten, die er ausgerechnet seinem „Lehrmeister“ Pep Guardiola abluchsen könnte.

In der Spielzeit 2015/16 gewannen Thomas Müller, Philipp Lahm, Manuel Neuer und Co. unter Guardiola die ersten zehn Bundesligaspiele, ein bemerkenswerter und legendärer Rekord. Damals betrug das Torverhältnis 33:4. Die aktuellen Bayern stehen bei neun Bundesliga-Siegen und ebenfalls 33:4 Toren. Ein weiterer Sieg in der Hauptstadt würde somit einen neuen Rekord bedeuten.

Guardiolas Siegesserie endete damals am 30. Oktober 2015 beim 0:0 in Frankfurt. Sollte Kompanys Mannschaft in Berlin bestehen, könnte man nach der Länderspielpause (WM-Qualifikation) den Rekord von 2015 nicht nur durch das Torverhältnis, sondern auch durch die Anzahl der Siege übertreffen, was bereits beim Europarekord geschehen ist.

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