FC Bayern München trifft auf Brügge: Kompanys Erinnerungen und Erwartungen
Der FC Bayern München trifft am Mittwoch in der Champions League auf den FC Brügge. Für Trainer Vincent Kompany weckt dieser Gegner schmerzhafte Erinnerungen.
München – Vincent Kompany hat in seiner Trainerkarriere bereits zahlreiche Spiele gegen den FC Brügge bestritten. Während seiner Zeit beim RSC Anderlecht gehörten die Duelle mit dem belgischen Klub zum Standardprogramm. Zwischen 2019 und 2022 musste der junge Trainer viele Niederlagen hinnehmen, konnte jedoch auch einige Siege feiern. Eine Begegnung bleibt ihm jedoch besonders in Erinnerung.
Im Dezember 2021 erlebte Kompany während eines 2:2-Unentschiedens eine besonders unschöne Situation, als er von den Fans des damaligen belgischen Meisters rassistisch beleidigt wurde. Nach dem Spiel äußerte er: „Dieser Tag endet traurig, ich bin angewidert.“ Der Vorfall hatte in Belgien weitreichende Folgen und ist mittlerweile abgeschlossen, bleibt jedoch als negative Erinnerung bestehen. Dies könnte Kompanys Motivation, an diesem Mittwoch (21 Uhr) im Champions-League-Spiel gegen den FC Brügge ein Zeichen zu setzen, zusätzlich verstärken.
„Für ihn ist es ein sehr, sehr wichtiges Spiel. Daher müssen wir gewinnen“, sagte Joshua Kimmich nach dem 2:1-Sieg (1:0) gegen Borussia Dortmund am Samstag mit einem Lächeln. Obwohl Kompany sein Team vor dem deutschen Klassiker noch nicht auf den ihm wohlbekannten Gegner vorbereitet hatte, wurden die zwei Tage vor dem Spiel intensiv genutzt.
Als Tabellenzweiter der Jupiler League bringt das Team von Nicky Hayen drei Siege und eine Serie von fünf ungeschlagenen Spielen mit. Besonders im Fokus des Videostudiums dürften die bisherigen Champions-League-Spiele stehen: das 4:1 zum Auftakt gegen Monaco sowie die jüngste 1:2-Niederlage gegen Atalanta Bergamo.
Die Bayern sind als Tabellenführer vor dem dritten Spieltag Favorit, wenn der 13. der Jupiler League anreist. Sie haben nicht vor, ihre Serie von elf Pflichtspielsiegen zu Beginn der Saison zu reißen. Zudem sind sich Spieler und Verantwortliche der Bedeutung dieses ersten Duells mit einem Heimatgegner für Trainer Kompany bewusst. CEO Jan-Christian Dreesen äußerte: „Ich hoffe auf einen Sieg für den Trainer, das wäre mein Wunsch.“ Dies ist ein klarer Auftrag an das Team: Einer für alle, alle für einen.
Die Fortschritte, die Kompany seiner Mannschaft vermittelt, sind zunehmend sichtbar und intern immer deutlicher zu hören. Dreesen übertreibt nicht, wenn er sagt: „Er hat aus dieser Mannschaft nicht nur ein Team geformt, sondern ein Team mit Spaß.“ Dies sei sowohl in der Kabine als auch im täglichen Miteinander spürbar und auf dem Spielfeld bewundernswert. „Jeder kämpft für den anderen, es gibt keinen, der sich in den Vordergrund spielt oder ein egoistisches Bild auf dem Rasen abgibt“, schwärmt der Vorstandsvorsitzende. Dass die „Mannschaft zusammen gewinnt“ – und aktuell nie verliert – sei „der Verdienst von Vincent“. Betrachtet man, dass viele Spieler die gleichen sind wie vor zwei Jahren, wird deutlich, „was so ein Trainer ausmachen kann“.
Diese Aussage kann als Seitenhieb an Vorgänger Thomas Tuchel verstanden werden, war jedoch als Ritterschlag für Kompany gemeint. So viel Verständnis er als Ex-Profi für seine Spieler hat, so autoritär und strikt ist er im Training. Alle Spieler folgen dem 39-Jährigen, der mit Jupp Heynckes verglichen wird. Und eines ist klar: Sollte jemand – wie einst in Brügge – ihren Coach angreifen, wären die Spieler da. Alle.