FC Bayern plant Erwerb des Sportparks in Unterhaching

FC Bayern plant Erwerb des Sportparks in Unterhaching

Der FC Bayern München plant den Kauf des Sportparks in Unterhaching, um dort eine neue Heimat für die Frauenmannschaft zu schaffen. Die Hintergründe zu den Ambitionen des Rekordmeisters werden immer klarer.

Im Sportpark riecht es nach Schweinsbraten und frisch gezapftem Bier, während auf der Speisekarte Manni's Schinkennudeln mit Zwiebeln und Ei stehen. Das Wirtshaus ist das Herzstück des Sportparks – urig, bodenständig und gemütlich. Bald könnte jedoch frischer Wind durch die Vorstadt wehen, wenn der FC Bayern, der deutsche Rekordmeister, hier neue Akzente setzen möchte. Bereits im März berichtete unsere Zeitung über die Pläne des FC Bayern, den Sportpark als Spielstätte für die Frauenmannschaft ins Auge zu fassen.

Nun sind die Gespräche zwischen dem FC Bayern und der Gemeinde Unterhaching über einen Kauf des Geländes weiter fortgeschritten. Das 42.000 Quadratmeter große Grundstück hat einen Nettoverkaufspreis von 7,56 Millionen Euro. Obwohl die Verhandlungen vielversprechend erscheinen, sind sich beide Parteien über die Bedingungen noch nicht einig. Der Kaufpreis wird von den Münchnern als zu hoch angesehen, und es müssen zudem bestimmte Anforderungen an die Stadionnutzung geklärt werden.

Ein weiteres Hindernis ist der Renovierungsbedarf des Stadions, das nicht den UEFA-Anforderungen entspricht. Um Champions-League-Spiele von Spielerinnen wie Giulia Gwinn auszutragen, wären umfangreiche Umbaumaßnahmen erforderlich. Der Campus des FC Bayern bietet derzeit nur Platz für 2.500 Zuschauer, was für bedeutende Spiele nicht ausreicht. Erst im September stellte die Frauenmannschaft beim Spiel gegen Bayer Leverkusen in der Allianz Arena mit 57.762 Fans einen neuen Zuschauerrekord auf.

In den kommenden Jahren könnte der Sportpark zu einer neuen Heimat für die Frauen aufgebaut werden. Das Thema wird bereits im Aufsichtsrat erörtert, und die Finanzierung könnte im Haushaltsplan vermerkt werden. Auch die Idee eines Nachwuchsleistungszentrums für die Bayern-Frauen wird in Betracht gezogen.

Der Erwerb des Stadions war seit Jahren ein Ziel der SpVgg Unterhaching unter Präsident Manni Schwabl. Bis zum 30. Juni hatte der Verein das Vorkaufsrecht, um das Grundstück von der Gemeinde zu erwerben, doch die Frist ist ohne Ergebnis verstrichen. Die Hachinger verfolgen die Entwicklungen jedoch gelassen. Schwabl und Uli Hoeneß pflegen ein vertrauensvolles Verhältnis, und beide Vereine haben eine strategische Partnerschaft im Bereich der Talentförderung geschlossen.

Im Falle eines erfolgreichen Erwerbs des Sportparks durch den FC Bayern würden auch die Munich Ravens, ein Football-Team, Mieter im Stadion werden. Über einen möglichen Verkauf entscheidet der Gemeinderat von Unterhaching, der am 19. November erneut tagt. „Der Gemeinderat Unterhaching hat mehrfach und einstimmig seinen Willen zum Verkauf des Sportparks bekundet. Auch der durch zwei Wertgutachten ermittelte Kaufpreis für Stadion und Trainingsplätze wurde kommuniziert“, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. Derzeit führt die Verwaltung vertrauliche Gespräche mit potenziellen Kaufinteressenten.

Nico-Marius Schmitz, Manuel Bonke

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