FC Bayern setzt Maßstäbe in der Bundesliga und Champions League
Der FC Bayern München gilt derzeit als die formstärkste Mannschaft Europas. Während zahlreiche Rekorde erwähnt werden, bleibt einer der beeindruckendsten bislang unerwähnt.
In München führt der deutsche Rekordmeister mit einem Bundesligarekord nach fünf Spieltagen die Tabelle an: Fünf Siege und ein Torverhältnis von 22:3. Zu Beginn der Saison demontierte das Team den früheren Titelkonkurrenten RB Leipzig mit 6:0. Leipzig hat sich mittlerweile mit vier Siegen vom letzten auf den dritten Platz vorgearbeitet, was als starkes Argument gegen die „Fallobst“-Theorie der bisherigen Gegner dient.
Auch ein frisch gekrönter Klubweltmeister zählt sicherlich nicht zu dieser Kategorie: In der Champions League wurde der FC Chelsea zum Auftakt souverän mit 3:1 besiegt. Nach einem 5:1-Kantersieg auf Zypern gegen Paphos FC steht der deutsche Rekordmeister auch in der Fußballkönigsklasse an der Tabellenspitze. Zudem gewann die Mannschaft von Vincent Kompany zu Saisonbeginn den Franz-Beckenbauer-Supercup beim VfB Stuttgart mit 2:1 und qualifizierte sich mit einem 3:2-Sieg bei Wehen-Wiesbaden für die zweite Runde im DFB-Pokal.
FCB-Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen deutete nach dem beeindruckenden Sieg über den griechischen Meister an, dass die aktuelle Mannschaft mit ihrem neunten Sieg im neunten Pflichtspiel zu Saisonbeginn etwas erreicht hat, was zuletzt der legendäre Heynckes-Bayern in der Triple-Saison 2012/13 gelungen ist.
Mit einem Torverhältnis von 35:8 zu 27:4 haben die Kompany-Bayern die Nase vorn. Beide Saisonstarts sind überragend. Die Dimension dieser Erfolge wird besonders deutlich, wenn man in die Geschichte des FC Bayern zurückblickt. Seit dem Aufstieg in die Bundesliga 1965 gelang es den Münchnern nur ein weiteres Mal, so erfolgreich zu starten: 1984/85 unter Trainerlegende Udo Lattek mit neun Siegen und einem Torverhältnis von 23:7.
Dieses Kunststück wurde in der „Beckenbauer-Müller-Ära“ nicht erreicht, ebenso wenig in den drei dominanten Spielzeiten unter Pep Guardiola. Der Katalane nahm den Supercup nicht ernst genug.
Obwohl der FC Bayern zahlreiche Bundesligarekorde und Bestmarken im deutschen Profifußball hält, lohnt sich ein Blick in die Geschichte, um zu prüfen, ob ein anderer deutscher Bundesliga-Verein jemals erfolgreicher in die Saison gestartet ist. Teams wie die Gladbacher Borussen in den 1970er Jahren, der Hamburger SV in seiner Glanzzeit von 1977-1983, Werder Bremen und Borussia Dortmund können nicht mithalten. Kein anderes Team startete jemals mit neun oder mehr Pflichtspielsiegen in eine Saison. Die nächste Annäherung war Mainz 05 in der Saison 2010/11 mit acht Siegen (sieben in der Bundesliga, einer im Pokal), die den Bayern sogar mit einem 2:1-Auswärtssieg in München die Wiesn vermasselten.
Während Guardiolas „Supercup-Schwäche“ zu Saisonbeginn verhinderte, dass eine rekordverdächtige Siegesserie gestartet werden kann, scheiterten die Bayern 1984 beim Versuch, den Rekord auszubauen, sensationell im Olympiastadion gegen Waldhof Mannheim (1:2). Die Triple-Bayern von 2012 blamierten sich im zweiten CL-Spiel bei BATE Baryssau in Weißrussland (1:3), obwohl sie die ersten acht Bundesliga-Spiele gewinnen konnten.
Gewinnen die Kompany-Bayern am Samstagabend im Waldstadion gegen Eintracht Frankfurt, werden sie ihren eigenen Rekord im deutschen Profifußball weiter ausbauen, den sie bereits mit einem überragenden Torverhältnis von +27 innehaben. Dabei wird die Eintracht eine deutlich höhere Hürde darstellen als einst Waldhof oder der weißrussische Underdog. Nach der Länderspielpause kommt dann Borussia Dortmund nach München...