FC Bayern strebt nach Rekorden in außergewöhnlicher Saison

FC Bayern strebt nach Rekorden in außergewöhnlicher Saison

Der FC Bayern München plant, eine außergewöhnliche Saison mit zahlreichen Rekorden und dem Gewinn des Triple zu krönen. Sollte dies gelingen, könnte der Verein möglicherweise einen neuen Europarekord aufstellen.

Unter der Leitung von Vincent Kompany spielt der FC Bayern im zweiten Jahr nicht nur spektakulären Fußball, sondern hat auch die Chance, das dritte Triple in der Vereinsgeschichte zu gewinnen – ein Kunststück, das bislang keinem anderen Fußballverein in Europa gelungen ist. Seit Saisonbeginn wird vor jedem Spieltag über die Rekorde berichtet, die der 35-fache deutsche Meister brechen könnte. Mit 43 Siegen aus 49 Pflichtspielen hat der Verein bereits zahlreiche Bestmarken erreicht.

Am Ende der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Halbfinalspiel gegen den Titelverteidiger Paris Saint-Germain brachte ein Journalist eine weitere, bislang überraschend nicht erwähnte Rekordmarke ins Gespräch, die bei Erreichung einen Superrekord darstellen würde. Dabei handelt es sich um einen legendären Torrekord des FC Barcelona. Der Journalist, der sich in nicht muttersprachlichem Englisch ausdrückte, erwähnte zwar im Zusammenhang mit Lionel Messi, Neymar und Luis Suárez zumindest zwei unzutreffende Protagonisten, aber der Rekordverein war korrekt.

Es war nicht das Triple-Team von Luis Enrique in der Saison 2014/15, das diesen Rekord aufstellte, sondern die Mannschaft in Pep Guardiolas letztem Jahr bei Barcelona 2011/12. Obwohl Guardiola diese Saison nicht mit einem großen Triumph abschloss, erzielten Messi, Andrés Iniesta, Xavi und Co. die meisten Pflichtspieltore, die jemals von einer europäischen Top-Mannschaft in einer Saison erzielt wurden.

Die Gewinne der Copa del Rey und der spanischen Supercopa reichten aus, um insgesamt 180 Tore in 61 Spielen zu erzielen, obwohl man in der Liga hinter Real Madrid nur Zweiter wurde und im Champions-League-Halbfinale gegen Chelsea ausschied.

Interessanterweise erzielte der spanische Meister jener Spielzeit, Real Madrid, mit 174 Saisontreffern in 58 Spielen zwar sechs Tore weniger, hatte jedoch mit 3,00 zu 2,95 einen besseren Toreschnitt. Die königliche Mannschaft hält zudem den Rekord in den jüngeren europäischen Topligen mit 121 Ligatoren, scheiterte jedoch ebenfalls im Champions-League-Halbfinale an den Bayern unter Jupp Heynckes.

Zur Erinnerung: Vincent Kompanys Bayern haben den Bundesliga-Torrekord aus der Saison 1971/72 (101 Tore) bereits übertroffen. Mit 113 Treffern nach 31 Partien scheint der europäische Bestwert von Real Madrid aus der Saison 2011/12 durchaus erreichbar. Dies, obwohl in der Bundesliga vier Spieltage weniger ausgetragen werden als in Spanien. Sogar der alte Europarekord von „Il Gran Torino“ aus der Saison 1947/48 – 125 Tore in 40 Ligapartien – ist noch in Reichweite.

Darüber hinaus könnte der Sieger der Halbfinalduelle zwischen PSG und Bayern den Münchener Champions-League-Torrekord aus der Spielzeit 2019/20 brechen. Hansi Flicks Triple-Bayern erzielten damals legendäre 43 Tore in nur elf Spielen. Aktuell stehen Paris (14 Spiele) und der FCB (12 Spiele) bei 38 Treffern.

Bereits jetzt kann man hochrechnen: Zusammen mit den Pokaltoren und den beiden Treffern beim Franz-Beckenbauer-Supercup in Stuttgart haben Harry Kane, Luis Díaz, Michael Olise und Co. nach nur 49 Pflichtspielen sensationelle 167 Tore erzielt. Der frisch gekürte deutsche Meister und Pokalfinalist wird jedoch noch mindestens sechs, im Falle des Erreichens des Champions-League-Endspiels sogar sieben Partien spielen. 13 Tore würden ausreichen, um den Guardiola-Barça-Europarekord einzustellen, während 14 Treffer diesen übertreffen würden – und das bei fünf oder sechs weniger ausgetragenen Spielen.

Die hochgelobte Offensive von PSG hat in dieser Saison in ebenfalls 49 Spielen lediglich 115 Tore erzielt. Im Gegensatz zum FC Bayern, der mit Harry Kane einen absoluten Toptorjäger hat, fehlt dem Titelverteidiger in dieser Saison ein solcher Spieler.

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