FC Bayern und Borussia Dortmund: Ein Wettkampf um Zuschauerzahlen
Der FC Bayern München ist stolz auf seine Allianz Arena, das größte Stadion in der Bundesliga. Ironischerweise gehört der Titel des größten Stadions jedoch dem Erzrivalen Borussia Dortmund.
In den letzten Jahren hat der FC Bayern Borussia Dortmund in vielen Bereichen überholt, doch in einer Kategorie bleibt der BVB seit über 25 Jahren ungeschlagen: im Zuschauer-Ranking. Dieser Titel geht unbestritten an Borussia Dortmund und wird voraussichtlich auch in Zukunft so bleiben.
Der Signal Iduna Park bietet Platz für 81.365 Zuschauer und ist bei Heimspielen in der Regel ausverkauft. Im Vergleich dazu fasst die Allianz Arena „nur“ 75.024 Besucher, obwohl auch sie stets ausverkauft ist. Das Fassungsvermögen der Stadien hat sich im Laufe der Zeit verändert.
In den frühen 1990er-Jahren feierte Borussia Dortmund Erfolge im UEFA-Cup und investierte einen Teil der Einnahmen in den Stadionausbau. Der Heim-WM 2006 folgte ein weiterer Schub, und im Jahr 2012 überschritt der BVB erstmals die Marke von durchschnittlich 80.000 Zuschauern pro Spiel.
Der FC Bayern hatte in den 1970er-Jahren durch den Umzug ins Olympiastadion einen echten Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten. 1999 sicherte sich der deutsche Rekordmeister letztmals den Meistertitel im Zuschauer-Ranking mit über 60.000 Besuchern pro Partie. Doch bereits damals war dem Klub klar, dass ein moderneres Stadion erforderlich war.
Nach zahlreichen Diskussionen über den Standort und die Größe des neuen Stadions entschied man sich schließlich für den Bau der Allianz Arena im Stadtteil Fröttmaning. Ursprünglich hatte das Stadion eine Kapazität von 66.000 Zuschauern, die durch verschiedene Maßnahmen auf 75.000 erhöht wurde.
Diese Zahl reicht jedoch nicht aus, um die Meisterschaft im Zuschauer-Ranking zurückzuerobern. Auffällig ist, dass europäische Topklubs wie Real Madrid und der FC Barcelona derzeit ihre Stadien vergrößern und modernisieren. Im Santiago Bernabéu finden 84.000 Zuschauer Platz, während das Camp Nou auf eine Kapazität von 100.000 Besuchern abzielt.
Die Verantwortlichen des FC Bayern äußerten sich in letzter Zeit skeptisch bis ablehnend zu einem Ausbau der Allianz Arena, obwohl es kein Problem wäre, auch 100.000 Tickets für ein Spiel des Münchner Star-Ensembles zu verkaufen. Zudem hält die Stadt München eine Erweiterung des Stadions für nicht machbar.
Obwohl die Allianz Arena formal kleiner ist als das Dortmunder Stadion, generiert der FC Bayern bei Heimspielen dennoch höhere Einnahmen. Dies liegt unter anderem an den besser strukturierten Plätzen für wohlhabende Fußballfans und Sponsoren: Der FC Bayern München verfügt über 106 VIP-Logen mit 1.371 Plätzen, während Borussia Dortmund lediglich 18 VIP-Logen mit 163 Plätzen hat.
Dennoch ist der BVB stolz auf seine Südtribüne, die 25.000 leidenschaftliche Fans beherbergt, die die Mannschaft anfeuern. Wie so oft gibt es Vor- und Nachteile. Ein positiver Nebeneffekt für die Dortmunder: Die Zuschauer-Meisterschaft ist ihnen wohl für viele Jahre gesichert.