FC Bayern unter Kompany: Ein neuer Maßstab im Fußball
Der FC Bayern München spielt unter Cheftrainer Vincent Kompany derzeit in einer eigenen Liga im deutschen Fußball. Mit 15 Pflichtspielsiegen zu Beginn der Saison hat das Team einen beeindruckenden Europarekord aufgestellt, der zuvor vom AC Milan mit 12 Siegen aus der Saison 1968/69 gehalten wurde.
Im Duell gegen den großen Rivalen Bayer Leverkusen, der in den letzten beiden Jahren um die Meisterschaft kämpfte, dominierte der Rekordmeister das Spiel mit einem klaren 3:0, obwohl einige Topspieler wie Harry Kane, Michael Olise, Luis Díaz und Dayot Upamecano geschont wurden, um sie für das bevorstehende Champions-League-Spiel gegen Paris Saint-Germain vorzubereiten. Kompanys umfassende Rotation überraschte die Fußballwelt und erwies sich als strategisch klug.
Der 39-jährige Belgier zeigt derzeit ein bemerkenswertes Gespür für die Belastungssteuerung, die Balance und die Motivation seines Teams, und erhält dafür viel Lob. Patrick Helmes, ehemaliger deutscher Nationalspieler und heutiger Sky-Experte, zieht einen interessanten Vergleich.
„Die Bayern haben diese positive Arroganz zurückgewonnen. Sie sind sich ihrer Stärke in der Liga bewusst und können sogar rotieren. Das war in den letzten Jahren nicht der Fall. Nach Pep Guardiola dachten wir, dass sie nicht mehr so dominant sein könnten, aber jetzt hat man das Gefühl, dass sie noch einen Schritt weiter gegangen sind. Sie haben Freude am Spiel“, erklärt Helmes.
Bislang hat sich kein Experte an einen Vergleich mit Guardiola gewagt. Unter der Leitung des Katalanen dominierten die Bayern von 2013 bis 2016 die Bundesliga sowohl auf dem Spielfeld als auch in der Tabelle auf bemerkenswerte Weise. Guardiola übernahm die Heynckes-Triple-Bayern und brachte den Dominanzfußball (Tiki-Taka) auf ein nie dagewesenes Niveau in der Bundesliga. International blieb der große Triumph jedoch aus, da er dreimal in Folge im Champions-League-Halbfinale scheiterte.
Kompanys Ziel ist es, in München besser abzuschneiden. Nach der nationalen Dominanz steht nun die europäische Herausforderung an: Am Dienstagabend trifft sein Team auf den Champions-League-Titelverteidiger Paris Saint-Germain, den aktuellen Triple-Gewinner und Tabellenführer in der Königsklasse – nur aufgrund der erzielten Tore (13:3 zu 12:2) vor dem FCB. Ein echter Prüfstein.
Der Cheftrainer des FC Bayern blickt voller Vorfreude auf die Partie: „Wir haben uns verdient, mit Enthusiasmus in dieses Spiel zu gehen. Es muss Rock’n’Roll sein. Es wird ein großartiges Spiel.“ Ein 16. Pflichtspielsieg in Serie wäre dabei etwas ganz Besonderes.