FC Köln und Borussia Mönchengladbach: Ein Tag der Entscheidungen
Die Fans des 1. FC Köln richteten ihre Aufmerksamkeit auf die Wahl im Rhein-Energie-Stadion. Kurz nach 19 Uhr fand schließlich die Abstimmung während der Mitgliederversammlung in Köln statt – ein bedeutender Moment für den Verein.
In dieser Zeit dürften einige FC-Anhänger einen Blick auf ihr Smartphone geworfen und überrascht reagiert haben. Borussia Mönchengladbach lag zur Halbzeit mit 0:5 gegen Eintracht Frankfurt zurück. In einem äußerst chaotischen Spiel endete die Partie schließlich mit einem 4:6, dennoch bleibt Borussia nach dem 5. Spieltag das Schlusslicht und das einzige sieglose Team in der Bundesliga.
Bereits in der ersten Halbzeit fingen die TV-Kameras ein, wie viele Fans den Borussia-Park verließen – die Stimmung war auf einem Tiefpunkt. Doch in der zweiten Halbzeit kam es zu einer unerwarteten Reaktion: Bei einem Zwischenstand von 0:6 ertönten wieder lautstarke Rufe und Fangesänge aus der Borussia-Nordkurve, wo die treuesten Anhänger stehen. Sie verarbeiteten das sportliche Desaster mit Gesängen, die sich gegen den Erzrivalen in Köln richteten.
„Cologne, Cologne, die Sch**** vom Dom“ – diese Gesänge sind im Vorfeld jedes Derbys zu hören, das jedoch erst in mehr als einem Monat (am 8. November) stattfinden wird. Zuschauer vor dem Fernseher könnten sich gefragt haben, ob Borussia nicht andere Probleme hat, anstatt sich bei einem 0:6-Rückstand auf den Erzrivalen zu konzentrieren.
Fest steht: Der Samstag war ein entscheidender Tag für die Neuausrichtung des 1. FC Köln – „Team Stobbe“ wird den Bundesliga-Aufsteiger in die Zukunft führen. Knapp sechs Wochen vor dem ersten Derby der Saison steht Borussia Mönchengladbach hingegen im Abstiegskampf, mit nur einem Punkt nach fünf Spielen.
Ob Eugen Polanski, der derzeitige Trainer von Borussia, beim Aufeinandertreffen mit dem FC noch an der Seitenlinie stehen wird, ist unklar. Nach dem Spiel wollte sich Roland Virkus dazu nicht äußern. Unruhige Zeiten am Niederrhein, in denen Derby-Scharmützel nur eine untergeordnete Rolle spielen.