FIFA-Präsident plant Ausweitung der WM auf 64 Teilnehmer
Es überrascht nicht, dass der FIFA-Präsident Gianni Infantino eine Ausweitung der Fußball-Weltmeisterschaft von derzeit 48 auf 64 Teilnehmerländer plant. Unabhängig von persönlichen Vorlieben für oder gegen den FIFA-Präsidenten ist klar, dass dies nicht nur aus seiner Sicht eine sinnvolle Entscheidung ist.
Die Möglichkeiten zur Vermarktung des Fußballs sind noch lange nicht ausgeschöpft. Warum sollte jemand, der für die globale Ausrichtung dieses Sports verantwortlich ist, eine derartige Gelegenheit ungenutzt lassen? Ein entscheidender Punkt ist, dass die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt, Indien und China, mit insgesamt fast drei Milliarden Menschen, sowie sechs weitere Nationen aus den Top Ten der einwohnerstärksten Länder, derzeit nicht an der laufenden WM teilnehmen.
Zudem ist es wichtig, einen nicht eurozentristischen Blickwinkel einzunehmen: Die Begeisterung für den Fußball in jedem Teilnehmerland ist enorm. Es wäre wertvoll, wenn noch viel mehr Menschen diese Leidenschaft teilen könnten. Ein weiteres Argument für die Ausweitung ist, dass ein Turnier mit 64 Teams verhindert, dass die besten Drittplatzierten ins Achtelfinale aufsteigen. Stattdessen gibt es 16 klare Gruppen, aus denen die beiden besten Teams in die K.-o.-Runde einziehen.
Das aktuelle Turnier zeigt zudem, dass das fußballerische Niveau weltweit immer näher zusammenrückt, wie das Abschneiden Deutschlands beweist. Ein spannender Wettbewerb ist also garantiert. Darüber hinaus würde die FIFA erheblich mehr Einnahmen generieren als die derzeit angestrebten 14 Milliarden Dollar.
Die WM-Ausrichter für 2030, insbesondere Spanien, Portugal und Marokko, wären organisatorisch gut in der Lage, eine derartige Veranstaltung durchzuführen. Schließlich könnte Infantino mit dieser Initiative seine Wiederwahl, die er im März 2017 in Rabat/Marokko plante, absichern.
Nach dem Skandal um die Rücknahme einer Sperre für den US-Spieler Folarin Balogun, für die er und US-Präsident Trump als Hauptverantwortliche identifiziert wurden, könnte der Gegenwind für Infantino stärker werden, als ihm lieb ist. Europa hat bereits kurz aufgemuckt, doch es bleibt abzuwarten, ob dies zu weiteren Reaktionen führt.