FIFA verleiht erstmals Friedenspreis an Donald Trump
FIFA verleiht erstmals einen Friedenspreis. Trump soll ihn bei der WM-Auslosung erhalten. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Entscheidung.
Washington – Der Weltfußball-Verband FIFA wird am Freitag bei der WM-Auslosung zum ersten Mal einen Friedenspreis verleihen. Übereinstimmenden Berichten mehrerer US-Medien zufolge wird US-Präsident Donald Trump diese neue Auszeichnung im Kennedy Center in Washington entgegennehmen. Die Zeremonie findet im Rahmen der Gruppenauslosung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 statt, die gemeinsam von den USA, Mexiko und Kanada ausgerichtet wird.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte die Einführung des Preises im November angekündigt. Laut Politico und The Athletic wird der US-Präsident nach der Preisverleihung eine Rede halten. Trump überraschte bereits bei der Klub-WM-Auslosung mit seinem Auftritt. Die zweistündige Gala wird von Heidi Klum, Kevin Hart und Danny Ramirez moderiert und von Musikstars wie Robbie Williams und den Village People begleitet.
Die FIFA begründet die neue Auszeichnung mit der Notwendigkeit, Menschen zu würdigen, die „außergewöhnliche Anstrengungen für den Frieden“ unternommen haben. Infantino erklärte: „In einer zunehmend unruhigen und gespaltenen Welt ist es von grundlegender Bedeutung, den herausragenden Beitrag derjenigen anzuerkennen, die hart daran arbeiten, Konflikte zu beenden.“ Besonders lobte er Trumps Einsatz für einen Waffenstillstand im Gazastreifen.
Trump hatte wiederholt den Friedensnobelpreis gefordert, wurde jedoch bei der Vergabe im Oktober nicht berücksichtigt. Stattdessen erhielt die venezolanische Demokratie-Aktivistin María Corina Machado die prestigeträchtige Auszeichnung. Infantino hatte Trump zuvor öffentlich für den Nobelpreis unterstützt und auf Instagram erklärt, Trump verdiene die Auszeichnung für seine „entscheidenden Aktionen“ beim Israel-Gaza-Waffenstillstand.
Die enge Beziehung zwischen Infantino und Trump ist seit Jahren dokumentiert. Der FIFA-Präsident nahm im Januar an Trumps Amtseinführung teil und lobte den US-Präsidenten bei verschiedenen Gelegenheiten. Infantino sagte bei einer Veranstaltung in Miami: „Er macht Dinge. Er macht, was er sagt, er sagt, was er denkt.“
Die Entscheidung der FIFA stößt bei Menschenrechtsorganisationen auf heftige Kritik. Human Rights Watch, Amnesty International und andere Gruppen fordern Transparenz bei der Preisvergabe. Minky Worden von Human Rights Watch erklärte laut The Athletic: „Dieser sogenannte FIFA-Friedenspreis scheint keine Nominierungen, keine Kriterien, keine Richter und keinen Prozess zu haben. Daher wird er auch keine Legitimität haben.“
Die Organisationen hatten bei der FIFA nach Details zum Auswahlverfahren gefragt, jedoch keine Antwort erhalten. Worden kritisierte weiter: „FIFAs sogenannter Friedenspreis wird vor dem Hintergrund gewaltsamer Festnahmen von Einwanderern, Nationalgarde-Einsätzen in US-Städten und der unterwürfigen Absage von FIFAs eigenen Anti-Rassismus- und Anti-Diskriminierungskampagnen verliehen.“ Jamil Dakwar von der American Civil Liberties Union bezeichnete die Auszeichnung als „Beleidigung der Intelligenz der Fans“.
Die WM-Auslosung am Freitag wird weltweit von etwa einer Milliarde Zuschauern verfolgt. Neben Trump werden auch die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum und der kanadische Regierungschef Mark Carney erwartet. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 findet vom 11. Juni bis 19. Juli statt und ist die erste WM mit 48 Teilnehmern.
Ob die umstrittene Preisverleihung dem Image des Weltfußballs schadet, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die FIFA plant, den Friedenspreis künftig jährlich zu verleihen. Weitere Informationen zu den Auswahlkriterien oder möglichen Kandidaten für kommende Jahre sind bisher nicht bekannt.