FIFA weist Protest Frankreichs gegen Olise's Gelbe Karte zurück
Der Skandal um die Rücknahme der Roten Karte für den US-Star Folarin Balogun hat die Fußballwelt erschüttert. Auch der französische Fußballverband hat in dieser Angelegenheit bei der FIFA Protest eingelegt. Nun liegt das Ergebnis vor.
Seattle – Update, 9. Juli 2026, 10:59 Uhr: Ein Rückschlag für Frankreich. Die FIFA hat den Protest gegen die Gelbe Karte für den Bayern-Star Michael Olise abgelehnt. Nationaltrainer Didier Deschamps bestätigte: „Es gab keine Änderung bei Olises Gelber Karte. Wir haben heute Morgen die Entscheidung der FIFA erhalten, dass die Gelbe Karte bestehen bleibt.“ Wird dies Folgen für die französische Mannschaft haben?
Falls Olise im Viertelfinale gegen Marokko (alle TV-Infos hier) eine weitere Verwarnung erhält, würde er ein mögliches Halbfinale verpassen. Dort könnte Frankreich auf den Sieger der Partie zwischen Spanien und Belgien treffen. Olise ist einer der Schlüsselspieler im Team.
Erstmeldung: Die Rücknahme der Roten Karte für Folarin Balogun hat für Aufregung gesorgt und könnte als Präzedenzfall für andere Nationen dienen. Laut der Nachrichtenagentur AFP plant der französische Fußballverband, gegen die Gelbe Karte von Michael Olise aus dem Spiel gegen Paraguay (1:0) zu protestieren.
Olise wurde in der 97. Minute nach einem Zweikampf mit Matías Galarza verwarnt. Die Fernsehbilder zeigen jedoch eindeutig, dass er seinen Gegenspieler nicht berührt hat. Diese Verwarnung könnte im weiteren Verlauf des Turniers gravierende Konsequenzen haben. Sollte Olise im Viertelfinale gegen Marokko am Donnerstag (22 Uhr MESZ) eine weitere Gelbe Karte erhalten, wäre er für ein eventuelles Halbfinale gesperrt.
Der Fall Balogun hat gezeigt, dass die Annulierung von Karten möglich ist, wenn die richtigen Personen intervenieren. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat US-Präsident Donald Trump persönlich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino angerufen, um die Aufhebung der Sperre von Balogun zu erwirken. Der Schweizer und die FIFA haben der angeblichen Forderung des 80-Jährigen nachgegeben und die Sperre von Balogun auf Bewährung ausgesetzt.
Ein beispielloser Vorgang in der Geschichte der Weltmeisterschaften. „Die WM-Endrunde wird jetzt in eine skandalöse Sackgasse geführt, und das ohne Skrupel, ohne Scham“, kommentierte der Absolut-Fußball-Reporter Frank Hellmann. Selbst innerhalb der FIFA sorgte die Entscheidung für Unverständnis und Fassungslosigkeit. Auch zahlreiche Trainer und Experten äußerten sich kritisch.
So stellte Thomas Tuchel, der Trainer der englischen Nationalmannschaft, rhetorisch die Frage: „Legen wir jetzt Berufung ein, wenn eine Gelbe Karte keine Gelbe Karte ist?“ Nach dem 3:2-Sieg im WM-Achtelfinale gegen Mexiko sagte er, dass man endlos debattieren könne. „Wo fängt es an und wo hört es auf?“, fragte Tuchel. Auf die anschließende Frage eines Journalisten, ob man vielleicht US-Präsident Donald Trump konsultieren sollte, antwortete Tuchel: „Vielleicht. Das ist ein guter Startpunkt.“
„Danke an die FIFA, dass sie das Richtige getan und ein großes Unrecht wiedergutgemacht hat!“, schrieb der US-Präsident am Sonntag auf seinem Netzwerk Truth Social. Unabhängig davon, wie die Entscheidung letztlich zustande gekommen ist, hat sich die FIFA mit der Aufhebung von Baloguns Platzverweis eine unschätzbare Fallhöhe geschaffen, die andere Nationen dazu anregen könnte, ähnliche Schritte zu unternehmen.