Florian Wirtz wechselt zu Liverpool: Ein Blick auf die Hintergründe

Florian Wirtz wechselt zu Liverpool: Ein Blick auf die Hintergründe

Im Wettkampf um den begehrten deutschen Nationalspieler Florian Wirtz musste der FC Liverpool scheinbar dem FC Bayern eine bittere Niederlage beibringen, scheint jedoch selbst in eine Falle geraten zu sein.

Die Verantwortlichen des FC Bayern hatten sich über einen langen Zeitraum um das deutsche Toptalent Florian Wirtz bemüht. Ehrenpräsident Uli Hoeneß soll jahrelang Kontakt zur Familie des 22-Jährigen gehalten haben. Letztendlich wechselte der 35-fache Nationalspieler jedoch nicht von Bayer Leverkusen zur Säbener Straße, sondern zum englischen Meister FC Liverpool. Dies führte zu Spott und Häme gegenüber dem Rekordmeister, insbesondere Trainer Vincent Kompany wurde eine unglückliche Rolle im Scheitern nachgesagt.

Wie die Wirtz-Familie später bestätigte, konnte Liverpool-Cheftrainer Arne Slot im Vergleich zum Belgier die besseren Argumente für einen Wechsel zu seinem Verein vorbringen. Besonders hervorzuheben war das Versprechen, Wirtz auf der Spielmacherposition, der Zehn, einzusetzen. Im Bewusstsein, mit Jamal Musiala bereits einen ebenso talentierten Spieler im Team zu haben, konnte der Bayern-Coach in diesem Punkt nicht gleichziehen.

Florian Wirtz wechselte schließlich für die enorme Ablösesumme von 140 Millionen Euro nach Liverpool. Der FC Bayern geriet zusätzlich durch die schwere Verletzung von Musiala bei der Klub-Weltmeisterschaft unter Druck und musste improvisieren. Der zuvor abgeschobene Serge Gnabry überzeugte auf der Zehner-Position, und teilweise spielte sogar Harry Kane dort – und das mit Bravour.

Während die Bayern überragend in die Saison starteten und einen Europarekord aufstellten, lief es für den FC Liverpool und Wirtz von Beginn an suboptimal. Der französische Trainerlegende Arsène Wenger, der bei BeIN Sports als Experte fungiert, äußerte sich während des Champions-League-Spiels zwischen den Reds und Real Madrid zu dieser Situation.

„Heute Abend wird Wirtz von Beginn an spielen, es wird spannend zu sehen, denn ich bin mir sicher, dass er auf dem Flügel spielen wird, so wie in seiner Zeit in Leverkusen“, sagte Wenger. Er analysierte die unglückliche Situation von Wirtz beim FC Liverpool und führte die Probleme des amtierenden Premier-League-Meisters darauf zurück, dass Wirtz im Zentrum spielte – was der deutsche Nationalspieler offenbar gefordert und von LFC-Coach Slot versprochen bekommen hatte.

„Als Wirtz die Wahl hatte, zu Bayern München oder Liverpool zu gehen, sagte er zu Liverpool: ‚Ich komme zu euch, wenn ich auf der Zehn spielen darf. Ich will nicht auf dem Flügel spielen.‘ Liverpool stimmte dem zu, um ihn zu verpflichten. Doch dann ließen sie ihn dort spielen, und er ruinierte ihr Mittelfeld, das zuvor aus Gravenberch, Mac Allister und Szoboszlai bestand. Damit Wirtz spielen konnte, wurde Szoboszlai herausgenommen und teilweise sogar rechts hinten aufgestellt.“

Wenger impliziert damit nicht nur, dass Wirtz’ Forderung zur Zerschlagung der Struktur im Mittelfeld führte, sondern auch, dass Liverpool das Versprechen, Wirtz nicht auf dem Flügel einzusetzen, gebrochen hat – möglicherweise mit „Zustimmung“ des Deutschen. Im Gegensatz dazu ging der FC Bayern offensichtlich von Anfang an seriöser mit der Situation um. Denn wenn man von einem Versprechen nicht überzeugt ist, sollte man es auch nicht abgeben.

Dieses Szenario ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Hoffnungen des FC Bayern, zusammen mit Trainer Vincent Kompany eine neue Ära zu beginnen, durchaus berechtigt sind.

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