Gerardo Seoane nicht mehr Trainer von Borussia Mönchengladbach
Gerardo Seoane ist nicht länger Trainer von Borussia Mönchengladbach. Steht der Traditionsverein nun vor einem Trainer-Comeback?
Update vom 15. September 2025, 17:41 Uhr: Borussia Mönchengladbach hat am Montagnachmittag die Trennung von Gerardo Seoane bekannt gegeben. Sport-Geschäftsführer Roland Virkus äußerte, dass die Verantwortlichen nicht überzeugt sind, mit dem Schweizer den notwendigen Turnaround zu schaffen, nachdem die Mannschaft in zehn aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen ohne Sieg geblieben ist.
Gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass Eugen Polanski bis auf Weiteres die Verantwortung als Trainer übernimmt.
Erstmeldung vom 15. September 2025: Mönchengladbach – Die Zukunft von Gerardo Seoane bei Borussia Mönchengladbach ist ungewiss. Nach drei sieglosen Spielen zum Auftakt der Bundesliga steht der Druck hoch. Angesichts des bisherigen Negativtrends könnte dies das Ende seiner Amtszeit besiegeln.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welcher Trainer bereit ist, die Herausforderung bei einem Traditionsverein wie Borussia Mönchengladbach anzunehmen. Die anstehenden schweren Partien gegen Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt, sowie das Spiel gegen den SC Freiburg vor der Länderspielpause, erhöhen den Druck zusätzlich.
Sollte Seoane tatsächlich gehen müssen, gibt es verschiedene Optionen für seine Nachfolge. U23-Trainer Eugen Polanski könnte ein Kandidat sein, jedoch stellt sich die Frage, ob er gleich gegen zwei Top-Mannschaften antreten möchte. Eine erfahrene Lösung könnte Dieter Hecking sein, der seit Montag zur Verfügung steht.
Dieter Hecking wurde nach einem schwachen Saisonstart mit dem VfL Bochum in der 2. Bundesliga entlassen. Der Verein hat nur eines der ersten fünf Spiele gewonnen und steht mit einem Torverhältnis von 5:9 auf dem Relegationsplatz 16. Hecking hatte den Posten erst im November 2024 übernommen.
Der 61-Jährige spielte von 1983 bis 1985 für die Fohlen und übernahm im Dezember 2016 den Cheftrainerposten von André Schubert. Unter seiner Führung verbesserte sich Gladbach von Platz 14 auf Platz neun und beendete die Saison 2018/19 auf dem fünften Rang.
Trotz einer ursprünglich geplanten Vertragsverlängerung beendete Gladbachs damaliger Sportdirektor Max Eberl im Sommer 2019 die Zusammenarbeit mit Hecking, um Marco Rose eine neue Ära einzuleiten. Über sechs Jahre später könnte Hecking aus ähnlichen Gründen wie 2016 erneut den Trainerstuhl im Borussia-Park übernehmen.
Ein Comeback von Hecking würde an die Rückholaktion des FC Bayern im Oktober 2017 erinnern, als Jupp Heynckes nach Carlo Ancelotti und Willy Sagnol übernahm. Der Triple-Coach von 2013 wusste, wie er mit den Stars umgehen und ihnen Vertrauen schenken konnte. Eine ähnliche Väterlichkeit erhoffen sich nun auch die Verantwortlichen in Gladbach.
Allerdings besteht bei Borussia nicht nur die Notwendigkeit, den Spielern Mut zuzusprechen. Die Fohlen haben dringenden Nachholbedarf im Defensivverhalten und im Offensivspiel. Es gibt viele Baustellen. Zudem ist ungewiss, ob Hecking eine zukunftsträchtige Option darstellt.
Hecking hatte seine Trainerkarriere 2020 beendet, nachdem er den Aufstieg mit dem Hamburger SV verpasst hatte. Im selben Sommer wurde er Sportvorstand des 1. FC Nürnberg, den er am Ende der Saison 2022/23 interimistisch für 14 Spiele betreute. In Bochum war er in 31 Spielen tätig. Die Bilanz aus beiden Stationen: zwölf Siege in 45 Spielen.
Ein ähnliches Comeback fand bereits statt, als Heynckes zur Saison 2006/07 zum zweiten Mal den Trainerposten in Gladbach übernahm. Nach 21 Pflichtspielen und einem Schnitt von 0,9 Punkten pro Spiel war seine Amtszeit beendet. Am Ende stiegen die Fohlen zum zweiten und bislang letzten Mal in die 2. Bundesliga ab.