Gerardo Seoane und der Konkurrenzkampf bei Borussia Mönchengladbach

Gerardo Seoane und der Konkurrenzkampf bei Borussia Mönchengladbach

Bei Borussia Mönchengladbach zeichnet sich der erste Spieler ab, der möglicherweise als Verlierer aus der aktuellen Vorbereitung hervorgehen wird.

Mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung kann Gerardo Seoane, der Schweizer Cheftrainer, durchaus zufrieden sein. Er erlebt bei Borussia Mönchengladbach einen intensiven Konkurrenzkampf auf nahezu allen Positionen. Zudem hat der Kader im Juli die gewünschten Verstärkungen in der Offensive erhalten.

Seoane sorgt dafür, dass die Spannung hoch bleibt. Nach dem schwachen Ende der letzten Saison wurden die Karten neu gemischt. Jeder Spieler hat die Chance, sich zu beweisen, muss jedoch mindestens fünf Prozent mehr Leistung bringen als zuvor. Selbst Julian Weigl, der in seinen bisherigen drei Jahren bei Gladbach zu den wenigen Unantastbaren gehörte, steht nun auf der Kippe.

Besonders um seinen Platz bangen muss jedoch ein Spieler, der eigentlich keinen direkten Konkurrenten hat. Borussia ließ Stefan Lainer zu RB Salzburg ziehen, wodurch nominell nur noch Joe Scally auf der Position des Rechtsverteidigers übrig bleibt. Allerdings könnte der Neuzugang Kevin Diks alle Positionen in der Viererkette bekleiden und stellt somit eine potenzielle Gefahr für den US-Amerikaner dar.

Diks spielt bevorzugt in der Innenverteidigung, doch solange Ko Itakura noch Teil des Teams ist, gibt es im Zentrum keinen freien Platz. Dass der indonesische Nationalspieler auch auf der rechten Seite eingeplant werden könnte, hat der Transfer-Insider Fabrizio Romano angedeutet. Er berichtete am Dienstagabend über ‚X‘, dass Gladbach bei Legia Warschau wegen Jan Ziolkowski vorstellig geworden sei.

Der 20-jährige Innenverteidiger zieht es zur AS Rom, und Gespräche über die Ablöse seien im Gange, so Romano. Im Fall Ziolkowski könnte Gladbach demnach leer ausgehen, dennoch ist dies ein weiterer Hinweis darauf, wie der Bundesligist mit den potenziellen Einnahmen aus einem Itakura-Verkauf plant. Zuvor wurde bereits Flügelspieler Tyrique George vom FC Chelsea mit Gladbach in Verbindung gebracht.

Kommt ein neuer Innenverteidiger, wird Diks höchstwahrscheinlich auf der rechten Seite spielen – und dann hätte Scally vermutlich das Nachsehen. Der 22-Jährige stagniert seit geraumer Zeit in seiner Entwicklung, und erhoffte Fortschritte bleiben aus. Diks hingegen bringt Siegermentalität, Titelerfahrung und Führungsqualitäten mit.

Gladbach hatte den gebürtigen Niederländer bereits zum Ende des Transfersommers 2024 auf dem Radar, da in der Abwehr zwar Qualitätsspieler vorhanden sind, jedoch ein Abwehrchef bisher gefehlt hat. Diks bringt Eigenschaften mit, die weder Itakura noch Nico Elvedi aufweisen und die ihn zu einem wertvollen Mosaikstein in der Kaderplanung machen.

Ob Borussia nach einem Verkauf von Itakura tatsächlich in die Innenverteidigung investiert oder doch einen neuen Rechtsverteidiger ins Visier nimmt, bleibt abzuwarten. Die erste Tendenz deutet jedoch darauf hin, dass Diks zum Nummer-eins-Rechtsverteidiger avancieren könnte – und einen Spieler wie ihn verpflichtet ein Klub wie Borussia nicht, um ihn auf die Bank zu setzen. Scally droht daher eine ungemütliche Saison.

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