Gerardo Seoanes herausfordernde Zeit bei Borussia Mönchengladbach

Gerardo Seoanes herausfordernde Zeit bei Borussia Mönchengladbach

Gerardo Seoane steht vor der Herausforderung, Borussia Mönchengladbach aus seiner aktuellen Krise zu führen. Der schwache Saisonstart deutet darauf hin, dass es in verschiedenen Bereichen des Teams an Fortschritten mangelt.

Seit seiner Ernennung zum Cheftrainer im Sommer 2023 hat Seoane mehrere Krisen durchlebt. In seiner ersten Saison benötigte der Schweizer sechs Spieltage, um den ersten Sieg einzufahren, und brachte es insgesamt auf sieben Siege, was die Fohlen-Elf auf den 14. Platz führte.

In der Saison 2024/25 konnte Gladbach in den ersten sechs Bundesliga-Spielen zwei Siege feiern. Nach dem DFB-Pokal-Aus gegen Eintracht Frankfurt am 31. Oktober 2024 stand Seoane jedoch vor dem Aus. In einer Überzahlsituation verlor Borussia und kassierte die Tore, die zuvor in der Analyse besprochen worden waren. Ein Aufwärtstrend war nicht in Sicht, bis im November mit einem 4:1-Sieg gegen Werder Bremen der Knoten platzte und die Mannschaft bis Ende März einen Höhenflug erlebte.

Seit April jedoch befindet sich das Team in einem schleichenden Abwärtstrend. Über alle Wettbewerbe hinweg hat Borussia in zehn aufeinanderfolgenden Liga-Spielen nicht gewonnen, und in fünf dieser Partien blieb das Team ohne eigenen Treffer. Der Negativrekord von zwölf Spielen ohne Sieg, der in den Abstiegsjahren 1998/99 und 2006/07 aufgestellt wurde, ist in greifbarer Nähe.

Seoane fehlen zunehmend die Argumente. In dieser Saison hat er einen Schnitt von 1,22 Punkten pro Spiel erzielt, was die schlechteste Bilanz unter den Trainern des neuen Jahrtausends darstellt. Nur Michael Frontzeck (1,05 Punkte pro Spiel), Hans Meyer (1,04 Punkte), Dick Advocaat (1 Punkt) und Jupp Heynckes (0,9 Punkte) waren schlechter.

Im Vergleich dazu erzielte Seoanes Vorgänger Daniel Farke 1,28 Punkte pro Spiel in der Saison 2022/23, und Adi Hütter kam in der Saison 2021/22 auf 1,38 Punkte. Selbst André Schubert, der zwischen November 2015 und Dezember 2016 vom Interims- zum Cheftrainer befördert wurde, kam auf 1,41 Punkte pro Spiel.

Besonders die Heimbilanz ist ein gravierendes Manko in Seoanes Amtszeit. Von 36 Bundesliga-Heimspielen konnte Gladbach nur zwölf gewinnen, und die 0:4-Niederlage gegen Bremen war bereits die 14. Pleite in diesem Zeitraum. Im Jahr 2025 hat das Team im Borussia-Park lediglich zwei Siege, drei Unentschieden und sechs Niederlagen verbucht, darunter ein 0:3 gegen den FC Augsburg und ein 1:3 gegen Mainz 05.

Insgesamt gewann Seoane 20 von 71 Bundesligaspielen als Trainer von Gladbach. Der letzte Trainer, der länger als eine Saison im Amt blieb, war Marco Rose, der in 68 Spielen 33 Siege errang. Sogar Hütter (12 Siege) und Farke (11 Siege) gewannen in zwei Jahren mehr Bundesligaspiele als Seoane.

Darüber hinaus hat Seoane die seit der Saison 2020/21 bestehenden Defensivprobleme nicht gelöst. Unter Rose kassierte Gladbach 56 Gegentore, unter Hütter waren es 61 und unter Farke 55. Seoanes Bilanz steht bei 67 Gegentoren in 2023/24 und 57 Gegentoren in 2024/25.

Die Abwesenheit von Tim Kleindienst, einem Vollstrecker im gegnerischen Strafraum, verschärft die Situation zusätzlich. In den Spielen gegen den VfB Stuttgart und Bremen hatte Gladbach zahlreiche Chancen, die ungenutzt blieben. Während der VfL in den beiden vergangenen Spielzeiten jeweils fünf Tore in den ersten drei Spielen erzielte, steht in dieser Saison noch kein Treffer zu Buche.

Im Mai 2024 schien es plausibel, dass Sport-Geschäftsführer Roland Virkus Seoane eine zweite Chance gab und mit David Zibung eine Vertrauensperson ins Boot holte. Im Mai 2025 wirkte das Festhalten an Seoane jedoch fragwürdiger, und im September desselben Jahres scheint eine Trennung immer wahrscheinlicher. Die Gründe dafür sind offensichtlich.

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