Gerardo Seoanes Zukunft bei Borussia Mönchengladbach in Frage

Gerardo Seoanes Zukunft bei Borussia Mönchengladbach in Frage

Die Niederlage gegen Werder Bremen könnte das Ende von Gerardo Seoane als Trainer von Borussia Mönchengladbach besiegelt haben. Steht bald Eugen Polanski bereit, um die Nachfolge anzutreten?

Mönchengladbach – Stand Montagmittag bleibt Gerardo Seoane Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach. Er leitete das Training der Ersatzspieler am Tag nach der 0:4-Niederlage gegen Werder Bremen. Im Hintergrund diskutieren die Verantwortlichen jedoch über die aktuelle Situation, wie Roland Virkus am Sonntagabend ankündigte.

Es gibt zahlreiche Gründe, die gegen eine weitere Beschäftigung von Seoane sprechen. Gladbach wartet saisonübergreifend seit zehn Bundesligaspielen auf einen Sieg und hat in den letzten fünf Partien kein Tor erzielt. Von 71 Bundesliga-Spielen unter seiner Leitung gewann Seoane lediglich 20, was einem Punkteschnitt von 1,13 pro Spiel entspricht. Besonders besorgniserregend ist die Abwehr, die unter seiner Führung 129 Gegentore kassierte – etwa 1,8 pro Spiel.

Die Fans haben die Hoffnung auf eine Wende unter Seoane verloren. Bei der Bekanntgabe der Startaufstellung wurde er am Sonntag ausgepfiffen, und sowohl zur Halbzeit als auch nach dem Schlusspfiff ernteten die Spieler ein Pfeifkonzert. Bereits zum Ende der letzten Saison war die Unzufriedenheit über den Trainer groß, dennoch war der Klub überzeugt, dass eine erfolgreiche Zukunft mit ihm möglich sei.

Der Bundesliga-Spielplan ließ jedoch vermuten, dass es für Seoane ungemütlich werden könnte. Nach den Spielen gegen den Hamburger SV, den VfB Stuttgart und Werder Bremen folgen Begegnungen gegen Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und den SC Freiburg. Zwei Siege aus den ersten drei Spielen waren notwendig, um nicht mit leeren Händen dazustehen, was nun der Fall ist.

Gegen einen starken Hamburger SV endete das Spiel nur 0:0, wobei Gladbach Glück hatte, dass ein später Treffer von William Mickelbrencis aufgrund einer Abseitsposition nicht anerkannt wurde. In Stuttgart verlor das Team durch ein leichtes Tor mit 0:1, und Werder Bremen demontierte die Gladbacher Abwehr nach Belieben. In dieser Form sind gegen Leverkusen und Frankfurt weitere Niederlagen zu erwarten, im schlimmsten Fall könnte das Team nach fünf Spielen nur einen Punkt auf dem Konto haben.

Mit Eugen Polanski steht möglicherweise eine interne Lösung für den Trainerposten bereit. Der ehemalige Profi hat in den letzten Jahren bei der U23-Mannschaft gute Arbeit geleistet. Eine Beförderung zu den Profis birgt jedoch das Risiko, dass er gegen Leverkusen, Frankfurt und Freiburg scheitern könnte.

Ein neuer Trainer hätte nur wenige Tage Zeit, um der Mannschaft Sicherheit und Vertrauen zu geben. Ob dies gegen Gegner dieses Kalibers ausreicht, ist angesichts der besorgniserregenden Leistungen zu Saisonbeginn fraglich. Alternativ könnte Polanski bis zur Länderspielpause einspringen und erste Erfahrungen in der Bundesliga sammeln, bevor ein neuer Trainer übernimmt.

In der jüngeren Vergangenheit hat Gladbach dreimal während einer Saison den Trainer gewechselt. Lucien Favre sammelte nach seiner Amtsübernahme im Februar 2011 in zwölf Spielen 20 Punkte und rettete das Team in die Relegation. Sein Nachfolger André Schubert überzeugte die Verantwortlichen im September 2015 mit 24 Punkten in elf Spielen und wurde daraufhin Cheftrainer.

Schubert wurde im Dezember 2016 von Dieter Hecking abgelöst, der in seinen ersten zwölf Bundesliga-Spielen 23 Punkte sammelte. Ob Polanski, dem großes Potenzial für eine Karriere im Profibereich nachgesagt wird, eine ähnliche Quote erreichen könnte, bleibt ungewiss, da er bislang keine entsprechenden Nachweise liefern konnte.

Die Frage bleibt, welche anderen Trainer zur Verfügung stehen. Urs Fischer, Pellegrino Matarazzo und Bo Svensson scheinen auf den ersten Blick mögliche Alternativen zu sein. Fans diskutieren außerdem über Tim Walter und Ruud van Nistelrooy, während auch über ein Comeback von Marco Rose oder eine Verpflichtung von Edin Terzić gesprochen wird.

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