Gericht verurteilt Stalker von Fußballspielerin Marie Höbinger

Gericht verurteilt Stalker von Fußballspielerin Marie Höbinger

Monatelang wurde die österreichische Nationalspielerin Marie Höbinger vom Geschäftsmann Mangal Dalal gestalkt und bedroht. Ein Londoner Gericht hat nun den Täter verurteilt, was auf ein ernstes Problem im Frauenfußball aufmerksam macht.

Der FC Liverpool, bei dem die 24-Jährige seit 2023 unter Vertrag steht, hat in dieser Zeit unter dem Schatten eines schwerwiegenden Stalking-Falls gelitten. Dalal hatte der Mittelfeldspielerin wiederholt sexualisierte Nachrichten über Instagram geschickt, in denen er unter anderem äußerte, er wolle mit ihr Kinder haben, und Fotos von sich in Unterwäsche übermittelte.

Die Situation eskalierte im Februar des vergangenen Jahres, als Dalal von London nach Manchester reiste, um Höbingers Auswärtsspiel gegen Manchester City zu besuchen. Sicherheitskräfte alarmierten die Polizei, als er in unmittelbarer Nähe des Spielfeldrands entdeckt wurde, da sie um die Sicherheit der Spielerin besorgt waren.

Bei der Urteilsverkündung äußerte Bezirksrichterin Hina Rai, dass die Art und der Ton der stark sexualisierten Inhalte verstörend waren und dazu führten, dass Höbinger Angst vor ihrer Umgebung hatte und in ihrem täglichen Leben beeinträchtigt war. Das Gericht verhängte eine zweijährige einstweilige Verfügung sowie 18 Monate gemeinnützige Arbeit gegen Dalal. Bereits im letzten Jahr hatte der FC Liverpool in Verbindung mit dem verurteilten Ex-Spieler Andy Carroll negative Schlagzeilen gemacht.

In ihrer Aussage schilderte Höbinger eindringlich die Folgen der monatelangen Belästigung: „Durch diesen Vorfall habe ich jetzt Schlafstörungen. Ich lebe alleine, und wenn ich alleine zu Hause bin, werde ich ängstlich – bei jedem Geräusch befürchte ich, dass er herausgefunden hat, wo ich wohne“, erklärte die Nationalspielerin. Gleichzeitig nutzte sie ihre Stimme, um eine grundlegende Botschaft zu vermitteln.

„Obwohl ich in der Öffentlichkeit stehe, finde ich es nicht akzeptabel, sexuelle Nachrichten zu erhalten. Ich finde es nicht akzeptabel, dass Frauenfußball sexualisiert und respektlos behandelt wird. Keine Frau, egal welchen Beruf sie ausübt, sollte sich mit einem solchen Verhalten abfinden müssen“, betonte sie. Dalals Verteidiger, Daniel Lister, wies vor Gericht darauf hin, dass sein Mandant sich zur Tatzeit in einer psychotischen Episode befand, was jedoch keinen Einfluss auf das Urteil hatte.

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