Gerüchte um Guirassy belasten Borussia Dortmund vor Saisonstart
Borussia Dortmund sieht sich auf dem Transfermarkt mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, und die aktuellen Gerüchte um einen Top-Spieler treffen den BVB zur Unzeit.
In Dortmund sorgt Serhou Guirassy, eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt, überraschend für Aufsehen. Trotz widersprüchlicher Aussagen, Berater-Manövern und einem verlockenden Angebot aus Saudi-Arabien scheint die Situation klar: Der BVB hat die Kontrolle, und der Stürmer wird voraussichtlich im Verein bleiben.
Die Entwicklungen um den Torjäger sind ein unerwünschtes Schauspiel. Guirassy bekräftigt seine Loyalität gegenüber dem BVB und soll angeblich nichts von einem Angebot aus Saudi-Arabien gewusst haben, das er laut dem TV-Sender Sky selbst abgelehnt haben soll. Dennoch berichtet die Bild-Zeitung, dass Dortmund das Angebot umgehend abgelehnt hat, was die Spielerseite verärgert haben könnte.
Nach Berichten wird Guirassys Bruder und Berater bei verschiedenen Klubs aktiv, um Interesse an ihm zu wecken. Diese Strategie folgt dem Klischee von ‚Good Cop, Bad Cop‘: Während Guirassy sich als loyaler Profi präsentiert, übernimmt sein Bruder die unangenehmen Gespräche. Die Agentur ‚Karamba Guirassy Sport Management International‘ führt aktuell Serhou Guirassy als einzigen Klienten.
Diese Aufgabenteilung ermöglicht es dem Spielerlager, die Marktlage zu erkunden und gleichzeitig Guirassys Ruf zu wahren. Sollte kein Transfer zustande kommen, bleiben alle Optionen offen. Ein Wechsel scheint jedoch unwahrscheinlich, da eine vermutete Ausstiegsklausel für einige europäische Topklubs mittlerweile nicht mehr gilt und nur der BVB die Bedingungen diktiert.
Nach 38 Pflichtspieltoren in der vergangenen Saison und einer Nominierung für den Ballon d'Or ist Guirassy für den BVB unverzichtbar. Selbst bei einer hohen Ablösesumme wäre es schwierig, einen adäquaten Ersatz zu finden. Trainer Niko Kovač bezeichnet Guirassy nicht umsonst als „unsere Lebensversicherung“.
Hinter den Manövern der Spielerseite könnte ein einfaches Kalkül stehen. Guirassy wird im Laufe der Saison 30 Jahre alt und möchte nach zwei herausragenden Saisons beim VfB Stuttgart und beim BVB, auf dem Höhepunkt seines internationalen Ansehens, einen möglicherweise letzten großen finanziellen Erfolg erzielen.
Trotz eines Gehalts von geschätzten neun Millionen Euro beim BVB könnte Guirassy noch deutlich mehr verdienen – Al-Hilal soll offenbar eine Verdopplung auf 18 Millionen Euro angeboten haben. Das Spielerlager möchte sich alle Optionen offenhalten, heißt es bei Bild. Ein akuter Wechselwunsch von Guirassy wird jedoch nicht verfolgt.
Für den BVB ist es ärgerlich, dass dieses Theater zu einem ungünstigen Zeitpunkt aufkommt. Nicht nur wegen des bevorstehenden Saisonstarts, sondern auch, weil die Aufmerksamkeit dringend anderen Themen auf dem Transfermarkt gelten sollte. Besonders akut ist die Notlage in der Abwehr, nachdem Niklas Süle nun für zwei Monate ausfällt. Jegliches Drama um Guirassy wirkt in dieser Situation unnötig und ablenkend.