Giovanni Reyna wechselt zu Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach geht mit dem Transfer von Giovanni Reyna ein gewisses Risiko ein, doch die Verantwortlichen sehen auch große Chancen.
Am Samstag gab Borussia Mönchengladbach bekannt, dass sie den 22-jährigen US-Amerikaner Giovanni Reyna von Borussia Dortmund verpflichtet haben. Reyna wird kurzfristig als Alternative zu Kevin Stöger auf der Position des offensiven Mittelfeldspielers eingesetzt und könnte perspektivisch auch als zusätzlicher Konkurrent auf den Außenbahnen sowie in der hängenden Spitze fungieren.
Bei Borussia Mönchengladbach wird Reyna sich mit Spielern wie Robin Hack, Franck Honorat, Nathan Ngoumou und Shuto Machino messen müssen. Laut den Leistungsdaten von Transfermarkt hat Reyna für den BVB 71-mal im zentralen Mittelfeld und jeweils 34-mal auf beiden Außenpositionen gespielt.
Für die US-amerikanische Nationalmannschaft kam Reyna 16-mal als rechter Flügelspieler, elfmal im offensiven Mittelfeld und zweimal auf der linken Außenbahn zum Einsatz. In drei Länderspielen sind keine Positionen vermerkt, was jedoch unerheblich ist. Eines ist klar: Der 32-fache Nationalspieler kann Borussia Mönchengladbach in vielerlei Hinsicht unterstützen.
Die Sorgen einiger Fans resultieren jedoch aus Reynas Verletzungshistorie. Seit der Saison 2021/22 hat der Offensivspieler in 93 Pflichtspielen für Borussia Dortmund und Nottingham Forest lediglich 2883 Einsatzminuten gesammelt, was nur geringfügig mehr ist als in der gesamten Saison 2020/21, in der er 2698 Minuten in 43 Partien spielte.
In den Spielzeiten 2021/22 und 2022/23 verpasste Reyna 40 Spiele aufgrund von Verletzungen oder krankheitsbedingten Rückschlägen. In den Saisons 2023/24 und 2024/25 fehlte er kumuliert in 21 Partien. Seit September 2021 stand Reyna aufgrund verschiedener Verletzungen 25-mal nicht für die Nationalmannschaft zur Verfügung und absolvierte 24 Länderspiele.
Der Transfer birgt das Risiko, dass Reyna den hohen Anforderungen des Bundesliga-Fußballs nicht dauerhaft gewachsen ist und weiterhin von Verletzungen geplagt wird. Die Skepsis unter den Fans könnte auch durch die langfristigen Ausfälle von Torhüter Jonas Omlin in den letzten beiden Saisons verstärkt werden.
Dennoch sehen die Verantwortlichen überwiegend die Chance, dass Reyna zu alter Stärke zurückfinden könnte. Roland Virkus äußerte sich dazu: „Ich weiß, dass einige sagen werden: ‚Der war doch immer verletzt‘, aber man kann nicht alles haben. Du bekommst einen hervorragenden Spieler, den du unter normalen Umständen nicht verpflichten könntest. Wir sollten stolz sein, dass er sich für Borussia Mönchengladbach entschieden hat.“
Virkus bezeichnete Reyna als „kreativen Spieler, der auf vielen Positionen einsetzbar ist, jung ist und einen Neuanfang anstrebt“. Er fügte hinzu: „Der Junge muss ankommen, und er wird unser Offensivspiel bereichern.“ Der Plan sieht vor, Reyna behutsam an die Mannschaft heranzuführen, sodass er, wenn er bei 100 Prozent ist, sein volles Potenzial entfalten kann.
Ob Reyna bereits beim Auswärtsspiel gegen den VfB Stuttgart am kommenden Samstag (15:30 Uhr) zum Einsatz kommen wird, stand am Sonntagabend noch nicht fest. Trainer Gerardo Seoane erklärte, dass er Reyna zunächst auf dem Platz sehen möchte, nachdem das Team ein mühsames 0:0 gegen den Hamburger SV gespielt hatte. Er ist sich jedoch bereits jetzt über die Qualitäten von Reyna im Klaren.
„Er bringt genau die Fähigkeiten mit, die wir brauchen: das Gespür zwischen den Linien, den Instinkt im letzten Drittel und die Qualität“, sagte Seoane. Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass er Reyna nicht überlasten darf. „Es wird sicherlich noch viel Arbeit erfordern, da er wenig Spielpraxis hat. Für uns könnte er ein großer Gewinn sein, aber in den kommenden Wochen ist von allen Beteiligten Einsatz gefragt.“
Die Botschaft ist eindeutig: Reyna ist ein vielversprechender Transfer für Gladbach. Seine Verletzungshistorie und die geringe Spielzeit beim BVB haben der anderen Borussia die Tür geöffnet. Es scheint, als ob Seoane und sein Trainerteam eine Restauration vornehmen müssen, mit der Hoffnung, dass am Ende ein zukünftiger Leistungsträger auf dem Platz steht.