Gladbach erlebt emotionale Achterbahnfahrt gegen Eintracht Frankfurt
Beim spektakulären Spiel gegen Eintracht Frankfurt verließen viele Fans von Borussia Mönchengladbach den Borussia-Park vorzeitig und verpassten damit eine positive Wendung.
Mönchengladbach – Der Abwärtstrend von Borussia Mönchengladbach setzt sich mit einem historisch schlechten Saisonstart fort: nur 2 Punkte bei 5:12 Toren und der letzte Platz in der Tabelle. Dennoch bot das Spiel gegen die Gäste von Eintracht Frankfurt eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der nicht alle Fans bis zum Ende bleiben wollten.
Interimscoach Eugen Polanski betonte die Bedeutung, das Publikum mitzunehmen und mit der „Art und Weise“ des eigenen Spiels zu überzeugen. Wie stark diese „Art und Weise“ variieren kann, zeigte sich in den 90 Minuten im Borussia-Park am vergangenen Samstag.
In der ersten Halbzeit wurde Gladbach von den Hessen brutal mit 0:5 in die Schranken gewiesen. Bis zum 0:2 war die Borussia noch aktiv und hatte gefährliche Aktionen, doch mit jedem Gegentor zerfiel das Team ein Stück mehr. Die Gesichter auf den Tribünen waren entsetzt, begleitet von deutlich hörbaren „Virkus raus“-Rufen aus der Kurve.
Dennoch blieb der Großteil der 54.000 Zuschauer, die die Schwarz-Weiß-Grünen unterstützten, um die Reaktion der Mannschaft nach dieser kalten Dusche abzuwarten. Als Robin Koch jedoch eine Minute nach dem Wiederanpfiff auf 0:6 erhöhte, verließen einige Fans das Stadion.
Nach diesem Rückschlag, und mit etwas hessischer Gelassenheit, zeigten die Gladbacher jedoch eine andere Facette ihrer Spielweise. Trotz des schmachvollen Rückstands bewies die verbleibende Mannschaft, nach zahlreichen Wechseln, wie man sich selbst in hoffnungslosen Situationen behaupten kann.
Als viele bereits nicht mehr im Stadion waren, starteten die Fohlen eine Torserie. In der 72. Minute köpfte Castrop nach einer unbedrängten Flanke ein. Sechs Minuten später war es erneut ein hoher Ball, bei dem Tabakovic am höchsten stieg und den Ball mit dem Kopf ins Tor beförderte. In der 82. Minute fiel das nächste Tor, als Engelhardt nach einem Luftduell den Ball ins Netz stocherte.
Der VfL gab auch danach nicht auf und ließ der durchrotierten Frankfurter Mannschaft keine Verschnaufpause. Der couragierte Auftritt setzte sich bis zur 98. Minute fort: Ein weiteres Tor für Gladbach, das vierte in dieser Halbzeit. Trotz der Hoffnungslosigkeit spielten die Fohlen weiter. Diesmal ließ Eintracht-Keeper Santos eine Flanke passieren, und Ranos konnte frei einköpfen.
Die Fans, die über 90 Minuten das kurvenreiche Spiel verfolgten, erlebten somit eine Stunde, die stellvertretend für den enttäuschenden Saisonstart von Gladbach steht. In den letzten 25 Minuten zeigte die Borussia jedoch ein Gesicht, das durch moralischen Kampf die Wogen wieder glätten konnte und trotz der erneuten Niederlage ein Licht am Ende des Tunnels aufzeigte. Das muss man gesehen haben!