Gladbach kämpft um Wendepunkt nach erneutem Rückschlag

Gladbach kämpft um Wendepunkt nach erneutem Rückschlag

Borussia Mönchengladbach wartet seit zwölf Spielen auf einen Sieg und befindet sich in der Bundesliga auf dem 18. Platz. Die jüngste Niederlage mit 4:6 gegen Eintracht Frankfurt spricht Bände über die aktuelle Situation des Vereins.

Im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt honorierten die Fans die letzten 20 Minuten, als die Fohlen einen 0:6-Rückstand auf 4:6 verkürzten. Doch die Mannschaft sollte sich von dieser kleinen Aufholjagd nicht blenden lassen.

Zur Halbzeit lag Gladbach bereits mit 0:5 zurück, und kurz nach dem Wiederanpfiff erhöhten die Hessen auf 0:6. Erste Fans verließen bereits vor dem Pausenpfiff den Borussia-Park, da die zweite Blamage nach der 0:4-Niederlage gegen Werder Bremen in Sicht war. Die vier erzielten Tore waren lediglich ein schwacher Trost.

Gladbach wartet nun seit saisonübergreifend zwölf Bundesliga-Spielen auf einen Sieg. Ähnliche Schwierigkeiten erlebte der Verein in den Saisons 1998/99 und 2006/07, die beide mit dem Abstieg endeten. Aktuell hat die Mannschaft nur zwei Punkte und ein Torverhältnis von 5:12, während der 1. FC Heidenheim durch seinen Sieg über den FC Augsburg (2:1) die rote Laterne übernommen hat.

„Das ist keine angenehme Situation“, stellte Sport-Geschäftsführer Roland Virkus in der Mixed Zone fest. Obwohl die Saison erst fünf Spieltage alt ist, kann sich Borussia nicht darauf verlassen, dass noch genügend Zeit bleibt, um die Wende zu schaffen. „Wir müssen schnell handeln, um unsere Ziele – im gesicherten Mittelfeld zu spielen – zu erreichen“, appellierte Virkus.

Er forderte alle Beteiligten auf, sich selbst zu hinterfragen, „inklusive meiner Person“. Virkus stellte jedoch klar, dass Eugen Polanski, der von den Fans großen Zuspruch erhielt, nicht in die Kritik einbezogen werden sollte. „Wir wollen Eugen nicht nach zwei Spielen bewerten. Er braucht Zeit, um die Mannschaft kennenzulernen und die Geschehnisse zu verstehen. Es wäre unfair, nach nur zwei Spielen Veränderungen zu fordern“, betonte Virkus.

Gladbachs Leistung in den ersten 45 Minuten gegen Frankfurt erinnerte an die Abstiegssaison des FC Schalke 04 2020/21. „Wenn man ein Spiel verpennen kann, haben wir gezeigt, wie es geht. Wir sind in gar keinen Zweikampf gekommen, so gewinnst du kein Bundesligaspiel. Wir sind auseinandergebrochen“, sagte Yannik Engelhardt.

Rocco Reitz brachte die Probleme auf den Punkt: „Was gibt es da für eine Erklärung? Ich habe noch keine. Es war in allen Belangen zu wenig – Intensität, taktische Disziplin, Matchplan, Positionierung mit und ohne Ball, Sauberkeit, Technik. Ich weiß nicht, was in den Köpfen der Spieler vorgegangen ist, aber die erste Halbzeit entsprach nicht dem Anspruch jedes Einzelnen.“

Obwohl Virkus anmerkte, dass aus dem positiven Ende der zweiten Halbzeit „etwas entstehen könne“, bleibt die Realität klar: „Wenn du sechs Tore kassierst, wirst du kein Bundesligaspiel gewinnen. Es geht darum, die Köpfe zusammenzustecken, jeder muss sich hinterfragen“, sagte Engelhardt. Haris Tabaković fügte hinzu: „In der Liga braucht man Punkte, das war am Ende zu wenig.“

Die Hoffnung der Mannschaft ruht darauf, ähnlich wie in der Vorsaison einen Lauf zu starten, sobald der erste Sieg eingefahren ist. „Wichtig ist, dass wir endlich ein Spiel gewinnen“, fasste Reitz zusammen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am kommenden Sonntag gegen den SC Freiburg (19:30 Uhr). Nach zwei Heimniederlagen mit einem Torverhältnis von 4:10 wird dieses Spiel jedoch alles andere als einfach.

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